..
| Algen ist der Sammelbegriff für eine sehr heterogene Gruppe von
niederen Pflanzen, die aus nicht weniger als 13 Stämmen und unzähligen
Ordnungen, Klassen, Familien, Gattungen und Arten besteht. Ihre Entwicklungsgeschichte
reicht vermutlich bis in die früheste Vergangenheit, in der die ersten,
photosynthetisch aktiven Pflanzen entstanden sind. In dieser langen Entwicklungzeit
konnte sich eine unglaubliche Vielgestaltigkeit
entwickeln. Sie wachsen als Einzeller oder in Zellverbänden. Es gibt
Algen von wenigen µm bis zur enormen Größe von vielen
Metern, wie z.B. die Großtange in der Antarktis. Algen findet
man im und auf feuchtem Boden, an Felsen, im Meer und im Süßwasser.
Eine der häufigsten Algen, die auch in älteren, naturnahen
Gartenteichen im Flachwasser und in Teichrandnähe auftreten, sind
die als allgemein unter Fadenalgen bekannten, verschiedenen Arten der Gattungen
Cladophora,
Rhizocionium und Sphaeroplea. |
Es handelt sich dabei um Grünalgen, von denen einige Arten nur
in stark eutrophierten, Stillgewässern, die anderen aber in ausgesprochen
nährstoffarmen Gewässern, nur zeitweise und in geringen
Mengen vorkommen. Diese zählen dann sogar zu den Leitorganismen
für die Wassergütebestimmung, wie z.B.
Cladophora crispata für die Wassergüteklasse
II (ß-mesosaprob) |
|
 |
| Wie alle Pflanzen, tragen selbstverständlich auch Fadenalgen
zur Qualitätsverbesserung des Wassers bei und sollten deshalb nur
entfernt werden, wenn der Algenwuchs zu üppig wird und die Gefahr
besteht, daß es zu einer zu starkenVerfilzung mit anderen Wasserpflanzen
kommt. |
..
 |
 |
 |
| Die nichterwünschten Fadenalgenpolster lassen sich schonend und
leicht mit einem Holzstab oder auch unlackierten hölzernen Besenstiel
entfernen. Beim Drehen des Stabes im Algenbündel bleiben die Fäden
an der rauhen Oberfläche hängen und werden aufgewickelt. Wenn
die Staboberfläche zu glatt ist, kann sie mit grobem Schmirgelpapier
leicht aufgerauht werden. |
|
Schon mit einer stärkeren Lupe kann man gut erkennen, daß
sich die Fäden aus einzelnen Zellen zusammensetzen. Die Dicke der
Fäden kann zwischen 10 und 100 µm betragen. Die einzelnen Zellen
sind je nach Art zwischen
10 und 300 µm lang. Die Länge der einzelnen Fäden kann
bis zu etlichen Zentimetern betragen.
Die Farbe schwankt zwischen dunkel- bis leuchtend hellgrün. |
|
 |
| Die Bestimmung der meisten Algen ist nur mit einem Mikroskop möglich.
Selbst die relativ großen Fadenalgen lassen sich in den meisten Fällen
nur unter dem Mikroskop bestimmen, wobei die Vielzahl der Arten und ihre
Ähnlichkeit oftmals große Schwierigkeiten bereitet, selbst nur
die Gattung einwandfrei zu identifizieren. |
| Die linke Aufnahme unter polarisiertem Licht, zeigt sehr deutlich,
daß die einzelnen Zellen durch dichte Zellwände voneinander
getrennt sind. |
Faden-Blaualgen (Schmieralgen, Cyanobakterien)
Zum Vergleich ist hier eine der zahlreichen Fadenalgenarten abgebildet,
die zu den Blaualgen gehört und vorwiegend in eutrophierten
Gewässern vorkommt. Es handelt sich hier um eine der häufigen
Arten der Gattung Oscillatoria, die sich alle recht ähnlich
aussehen. |
..
 |
Da diese Algen in meinem nährstoffarmen Gartenteich nicht vorkommen,
habe ich sie in einem kleinen Becken in entsprechender Nährstofflösung
gezüchtet.
Bereits der erste visuelle Eindruck zeigt den Unterschied zu den oben
abgebildeten, sauberen Faden- Grünalgen.
Während die Faden-Grünalgen sich ausgesprochen
trocken
anfühlen,
sind die wesentlich dünneren Faden-Blaualgen
schmierig
und
haften sofort an allen |
|
..
| Gegenständen an, die mit ihnen in Berührung kommen. Die Farbe
dieser Algen ist oft intensiv blaugrün bis schwärzlich. Sie bilden
z. T. dichte Lager und haften an Pflanzen und Steinen, fühlen sich
glitschig an und sind manchmal nicht leicht zu entfernen. |
..
..
| Schon mit dem unbewaffneten Auge kann man erkennen, daß die einzelnen
Fäden viel dünner sind als bei den Faden-Grünalgen. Unter
dem Mikroskop kann man feststellen, daß die Fäden gerade einmal
3 µm breit und die Zellen nur 4 bis 6 µm lang sind. |
..
.. |