Algen im naturnahen Gartenteich II
Faden-Grünalgen und wie man sie entfernt (Faden-Blaualgen)
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Algen ist der Sammelbegriff für eine sehr heterogene Gruppe von niederen Pflanzen, die aus mehr als 13 Stämmen mit unzähligen Ordnungen, Klassen, Familien, Gattungen und Arten besteht. Ihre Entwicklungsgeschichte reicht bis in die früheste Vergangenheit, in der die ersten photosynthetisch aktiven Pflanzen entstanden sind. In dieser langen Entwicklungszeit konnte sich eine unglaubliche Vielgestaltigkeit  entwickeln. Algen wachsen als Einzeller oder in Zellverbänden. Es gibt Algen von wenigen µm bis zur enormen Größe von vielen Metern, wie z.B. die Großtange in der Antarktis.  Algen findet man im und auf feuchtem Boden, an Felsen,  im Meer und im Süßwasser.
(Quelle:F.E.Round: Biology of the Algae, 1968)

Eine der häufigsten Algen, die auch in älteren, naturnahen Gartenteichen im Flachwasser und in Teichrandnähe auftreten, sind die als allgemein unter Fadenalgen bekannten, verschiedenen Arten der Gattungen Cladophora, Rhizocionium und Sphaeroplea. 

Es handelt sich dabei um Grünalgen, von denen einige Arten nur in stark eutrophierten Stillgewässern, die anderen aber in ausgesprochen nährstoffarmen Gewässern,  nur zeitweise und in geringen Mengen vorkommen. Diese Grünalgen zählen dann sogar zu  den Leitorganismen für die Wassergütebestimmung, wie z.B.
Cladophora crispata für die Wassergüteklasse II (ß-mesosaprob)
Wie alle Pflanzen, tragen selbstverständlich auch Fadenalgen  zur Qualitätsverbesserung des Wassers bei und sollten deshalb nur entfernt werden, wenn der Algenwuchs zu üppig wird und die Gefahr besteht, daß es zu einer zu starkenVerfilzung mit anderen Wasserpflanzen kommt.
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Die nichterwünschten Fadenalgenpolster lassen sich schonend und leicht mit einem Holzstab oder auch einem unlackierten hölzernen Besenstiel entfernen. Beim Drehen des Stabes im Algenbündel bleiben die Fäden an der rauen Oberfläche hängen und werden aufgewickelt. Wenn die Staboberfläche zu glatt ist, kann sie mit grobem Schmirgelpapier leicht aufgeraut werden.
Schon mit einer stärkeren Lupe kann man gut erkennen, dass sich die Fäden aus einzelnen Zellen zusammensetzen. Die Dicke der Fäden kann zwischen 10 und 100 µm betragen. Die einzelnen Zellen sind je nach Art zwischen 
10 und 300 µm lang. Die Länge der einzelnen Fäden kann bis zu etlichen Zentimetern betragen.
Die Farbe schwankt zwischen dunkel- bis leuchtend hellgrün.
Die Bestimmung der meisten Algen ist nur mit einem Mikroskop möglich. Selbst die relativ großen Fadenalgen lassen sich in den meisten Fällen nur unter dem Mikroskop bestimmen, wobei die Vielzahl der Arten und ihre Ähnlichkeit oftmals große Schwierigkeiten bereitet selbst nur die Gattung einwandfrei zu identifizieren.
Die linke Aufnahme unter polarisiertem Licht, zeigt sehr deutlich, daß die einzelnen Zellen durch dichte Zellwände voneinander getrennt sind. 



Faden-Blaualgen (Schmieralgen, Cyanobakterien)
Zum Vergleich ist hier eine der zahlreichen Fadenalgenarten  abgebildet, die zu den Blaualgen gehört und vorwiegend in eutrophierten Gewässern vorkommt. Es handelt sich hier um eine der häufigen Arten der Gattung Oscillatoria, die alle recht ähnlich aussehen.
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Da diese Algen in meinem nährstoffarmen Gartenteich nicht vorkommen, habe ich sie in einem kleinen Becken in entsprechender Nährstofflösung gezüchtet.
Bereits der erste visuelle Eindruck zeigt den Unterschied zu den oben abgebildeten, sauberen Faden- Grünalgen.
Während die Faden-Grünalgen sich ausgesprochen trocken anfühlen, sind die wesentlich dünneren Faden-Blaualgen schmierig und haften sofort an allen Gegenständen
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an, die mit ihnen in Berührung kommen. Die Farbe dieser Algen ist oft intensiv blaugrün bis schwärzlich. Sie bilden z. T. dichte Lager und haften an Pflanzen und Steinen, fühlen sich glitschig an und sind manchmal nicht leicht zu entfernen.
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Schon mit dem unbewaffneten Auge kann man erkennen, daß die einzelnen Fäden viel dünner sind als bei den Faden-Grünalgen. Unter dem Mikroskop kann man feststellen, dass die Fäden gerade einmal 3 µm breit und die Zellen nur 4 bis 6 µm lang sind. 
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Algen im Gartenteich
Grünalgen, Zieralgen, Kieselalgen
Übersicht: Algen und Gallerten
Anlage eines naturnahen Gartenteiches


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