Anlage und Pflege eines naturnahen Gartenteiches
Planung, Vorbereitung, Ausführung, Pflege
 
 
Gerade in dichtbesiedelten Gebieten ist die Anlage von  naturnahen Kleingewässern, sogenannten "Trittsteinbiotopen", von besonderer Bedeutung, denn sie sind oft die einzigen Brücken zwischen noch bestehenden, weit auseinanderliegenden, natürlichen Feuchtgebieten. 
Spezialisierten Insekten und sogar Amphibien wird so u.U. der für ihre gesunde Fortpflanzung unbedingt erforderliche Genaustausch  ermöglicht.
Grundsätzlich kann man, sofern es das Wetter zulässt, zu jeder Jahreszeit einen Gartenteich anlegen. Besonders günstig ist jedoch der Spätsommer oder Herbst. Viele Teichbesitzer räumen im Herbst ihre Teiche auf, so dass man günstig etliche Wasser-und Sumpfpflanzen erhalten kann. Man erhält dabei nicht nur bereits an das Freiland angepasste Pflanzen, sondern u.U. damit auch Laich und Eier  von Wasserinsekten , Libellen und Schnecken die dann bereits im kommenden Frühjahr den Teich beleben. 
Wenn Sie jedoch in einer Gegend wohnen sollten, in der es noch Froschlurche gibt, sollten Sie den Teich erst im Frühjahr (April oder Mai) anlegen.
Nachdem viele Fließgewässer durch bauliche Maßnahmen zum Überwintern für diverse Froscharten nicht mehr geeignet sind, überwintern diese gern in Kleingewässern. In einem frisch angelegten Gartenteich gibt es in der Regel aber zu wenig Unterwasserpflanzen, die auch im Winter an hellen Tagen genügend Sauerstoff ans Wasser abgeben. 
Obwohl die Frösche eine Art Winterruhe mit eingeschränkten Körperfunktionen einhalten, brauchen sie ein Mindestmaß an Sauerstoff. In sehr kalten Wintern, in denen über viele Tage die Wasseroberfläche gefroren ist,  können deshalb diese Frösche sterben. 
Zu den folgenden Ratschlägen möchte ich anmerken, 
                         so wie in dem Sprichwort: 

Viele Wege führen nach Rom

werden auch viele Vorgehensweisen beim Bau eines naturnahen Gartenteiches bzw. zum Versuch der Anlage eines Feuchtbiotops zum Erfolg führen. 
Absolute Misserfolge wird es nie geben, solange man einige wenige Grundregeln befolgt. 
In den folgenden Kapiteln unternehme ich den Versuch, diese Grundregeln aufzuzeigen, ohne einen Anspruch auf ihre absolute Richtigkeit zu erheben.
Die 10 vorgeschlagenen chronologischen Arbeitsschritte sollen für Sie ebenfalls lediglich  eine Merkhilfe sein.

Bitte beachten Sie auch:
Ein dauerhaftes ökologisches Gleichgewicht erfordert ein  überaus komplexes Zusammenspiel vieler pflanzlicher und tierischer Organismen, die in Größe, Bedürfnissen und Stoffwechsel untereinander,  aber auch an díe Größe des Biotops angeglichen sein müssen. Dieses Zusammenspiel ändert sich ständig gleitend mit den Jahreszeiten ohne aber in einen ungleichgewichtigen Zustand zu kippen. 
Ein Gartenteich, der so abgedichtet wurde, dass das Wasser nicht versickert, ist ein sogenanntes "geschlossenes System"  (genau genommen ein halbgeschlossenes System) d.h. es findet kein Wasseraustausch und keine Wassererneuerung statt, bis auf die geringe Wasserzufuhr durch Regen oder Nachfüllen. Eine  ausreichende Reinigung und Entgiftung kann also nur durch Pflanzen erzielt werden, wenn die o.g. Bedingungen erfüllt sind, d.h., wenn die Verschmutzung nicht zu groß ist.
(s. dazu auch Algen im Gartenteich)

Wenn Sie ein größeres Kleingewässer, z.B. 100 qm oder größer  anlegen möchten, ist in den meisten Bundesländern eine Genehmigung erforderlich.

Wertvolle Ratschläge erhalten sie dazu  in dem Heft:
"Kleingewässer erkennen, schützen und schaffen"
von Peter Pretscher, Bundesamt für Naturschutz.
 
 

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Biodiversitäts-Kampagne des Bundesumweltministeriums

Dieses Thema ist Teil des Projektes 
Zwischen Gartenteich und Feuchtbiotop
und war ein Beitrag zur Aktion biologischevielfalt.de
Weitere Beiträge zu der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit initiierten Öffentlichkeitskampagne 2002 finden Sie im Internet.