Dieses Icon bringt Sie wieder zum vorher
gelesenen Text zurück 
|
1. Planung
Der Tipp für Umweltbewußte:
Jeder Garten ohne Gartenteich ist weit
umweltverträglicher als ein Zierpflanzengarten
mit zusätzlichem Zierfischteich. |
|
Was für einen Teich möchte ich?
Wer sich einen Teich ohne Fische partout nicht vorstellen kann, sollte
zuerst die Kapitel über Zierfische
und einheimische Fische lesen. Wer diese Informationen
vertiefen möchte, dem sei das Kapitel "Amphibien
oder Fische" empfohlen.
Ein naturnaher, künstlicher Teich oder neu angelegter Naturteich
sollte einem natürlichen Kleingewässer so ähnlich wie möglich
sein. Deshalb sollte man sich natürliche Gewässer sowie die Landschaft
in der Umgebung genau ansehen.
Sollten natürliche Kleingewässer nicht mehr vorhanden sein
kann man auch ältere Naturliebhaber befragen.
Doch VORSICHT, es gibt nur noch wenige Menschen, die sich früher
intensiv mit der Natur beschäftigt haben. Natur war bis in die späten
Fünfzigerjahre für die meisten Menschen, die sich nach dem Krieg
wieder eine Existenz schaffen mussten, nichts Außergewöhnliches
und wurde eher ausgenutzt und bekämpft als geschützt -
was teilweise leider auch heute noch geschieht.
Die außerhalb des Wohngebietes noch vorhandenen natürlichen
Landschaftsbruchstücke sollten den Typ des Gewässers bestimmen.
Bitte beachten Sie, dass sich fast alle Tiere im Laufe der Evolution
bestimmten Lebensräumen angepasst haben und sich deshalb nur optimal
vermehren können, wenn ihnen Biotope angeboten werden, die ihren speziellen
Lebenserfordernissen gerecht werden.
So wird ein mit kalkhaltigen Kieseln am Ufer angeschütteter und
eingefasster Gartenteich in einem ehemaligen Sumpfgelände kaum eine
größere Anzahl von Libellen oder Amphibien anlocken, die in
moorigen Gebieten heimisch sind (oder waren).
Hier einige Beispiele:
|
|
|
| 2. Geländeauswahl
Das zur Verfügung stehende Gelände bestimmt die Größe
des Teiches.
Je nach Bodenbeschaffenheit, Gartengröße und finanziellen
Möglichkeiten gibt es diverse Möglichkeiten der Ausführung:
Naturteich
Lehmabdichtung
Kunststoffbecken
Betonbecken
Folienteich
Die Wasseroberfläche sollte so groß wie möglich sein. Zu
berücksichtigen ist aber auch die Uferzone die für Feuchtigkeit
liebende Pflanzen nicht zu schmal werden sollte, sowie eine
eventuelle Sumpfzone.
Zu berücksichtigen sind obendrein Ausgewogene
Lichtverhältnisse
sowie ein Regenwasserzulauf
Eine Ableitung des Regenwassers von den Gebäudedächern
in den Teich kann ihn in nicht zu trockenen Jahren u.U. ganzjährig
ausreichend mit Wasser versorgen.
Obendrein wird dadurch das örtliche Abwassersystem entlastet!
Leitungswasser sollte wegen seiner Kostbarkeit nach Möglichkeit
nicht verwendet werden.
In einem gut bepflanzten Teich wird jedes Wasser in kürzester Zeit
zu einer guten Qualität
aufbereitet.
Doch auch an einen Überlauf sollte man vorsehen, das ist vor allem
bei kleineren Teichen wichtig, die sehr schnell gefüllt sein könnten.
Bei größeren und tieferen Teichen sind unbedingt die ortsüblichen
Bauvorschriften zu beachten und im Bedarfsfall ist eine Sondergenehmigung
einzuholen. |
|
|
| 3. Form, Tiefe, Gestaltung
Die Form, Tiefe und Gestaltung des Teiches sollte in einer gennauen
Zeichnung mit Größenangaben festgehalten werden.
Die Form und Tiefe
sollten genau überlegt werden, denn nachträgliche Änderungen
sind, wenn überhaupt nur mit großem Aufwand möglich.
|
|
|
| 4. Abstecken der Teichumrisse
Wenn Lage und Form des Teiches gewählt sind, werden die äußeren
Umrisse des Wasserteils einschließlich des Teichrandes entsprechen
der Zeichnung mit Bodennägeln und Schnur abgesteckt.
Mit einer Schlauchwaage stellt man fest, ob der Boden rund um den abgesteckten
Umriss gleich hoch ist. Sollte das nicht der Fall sein, wird die erste
Bodenschicht soweit abgetragen, bis man eine gleich hohe Bodenfläche
erhält. |
|
|
| 5. Aushub
Nur bei größeren Teichen wird man den hauptsächlichen
Aushub von einem Bagger ausführen lassen. Wenn der Baggerführer
sein Handwerk sehr gut versteht, kann er auch die einzelnen Terrassen gestalten.
Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass es vorteilhafter ist, wenn man
nur die tiefste Stelle ausheben lässt und von dort aus die Ränder
schräg nach oben verlaufen lässt.
Die Terrassen werden dann mit dem Spaten gestaltet.
Der Normalfall wird sein, dass die gesamte Teichgrube mit Spaten und
Schaufeln ausgehoben wird.
Es ist zu beachten, daß zuviel abgegrabenes Material nur noch
sehr schwer wieder gefestigt werden kann.
Mehr zum Aushub
|
|
|
| 6. Wasserzufuhr
Nun sollte die Wasserzufuhr, d.h. das Anzapfen der Dachrinnenableitung
vorbereitet werden.
Dafür gibt es verschiedene mehr oder weniger praktische
Bauteile zum Einbau in die Dachrinnenableitung. Die Ausführung ist
selbst für einen Laien kein unlösbares Problem. Im Zweifelsfall
kann man das aber einem Fachmann überlassen.
Für die Zuleitung des Regenwassers
zum Teich gibt es mehrere Möglichkeiten:
-
Die einfachste Möglichkeit ist, das Regenwasser in einem oberirdisch
verlegten Abwasser- rohr in den Teich fließen zu lassen. Da
das nicht gerade schön aussieht, sollte man sich etwas einfallen lassen,
wie man das Rohr kaschiert.
-
Eine gleichzeitige Vergrößerung des Gewässers wäre
ein mit Teichfolie ausgekleideter schmaler Bach, in dem das Regenwasser
von der Dachrinnenableitung zum Teich fließt.
-
Bei größerem Abstand des Gewässers zum
Gebäude ist es u.U. vorteilhafter das Regenwasser unterirdisch in
einem Abwasserrohr aus Kunststoff in den Teich zu leiten. Das Rohr sollte
so tief verlegt werden, daß es im Winter nicht einfriert. Bei einem
Folienteich ist die dauerhafte Verbindung des Rohrs mit der Teichfolie
unterhalb der künftigen Wasseroberfläche dabei ein Problem, bei
der u.U. ein Fachmann Hilfestellung geben muss.
|
|
|
7. Abdichtung oder
Folienverlegung
Lehmabdichtung
Bei nicht zu dichtem Grund könnte die Teichgrube mit mehreren
Zentimeter gestampftem Lehm oder Ton (mindestens 50 cm) abgedichtet werden.
Dieses Verfahren ist, obwohl sehr umweltfreundlich, nicht uneingeschränkt
zu empfehlen. Die hohen Transportkosten des Lehms und der enorme Arbeitsaufwand
machen dieses Verfahren ungewöhnlich teuer und garantieren trotzdem
keine absolut sichere Abdichtung.
Aus dem Lehm werden obendrein ständig mineralische, manchmal
auch organische Nährstoffe an das Wasser abgegeben, sodass über
viele Jahre mit starkem Algenwachstum gerechtnet werden muss. Mindesten
20 cm nährstoffarmer Sand muss das Wasser deshalb vom direkten Kontakt
mit dem Lehm trennen.
Folienteich
Die weitaus häufigste, preiswerteste und auch bewährteste
Methode ist bei kleinen und großen Teichen das Auslegen der Teichgrube
mit Teichfolie.
Teichfolien gibt es in verschiedenen Dicken in den Farben schwarz,
braun und grün. Je größer der Teich werden soll,
desto dicker sollte man die Folie wählen. Zu empfehlen sind Folien
zwischen 0,8 und 1,5 mm. Die Hersteller garantieren eine Lebensdauer von
zehn Jahren. Die wirkliche Lebensdauer liegt jedoch weit höher
und wird nur durch nicht abgedeckte Flächen verkürzt, an denen
die Sonne die Folie langsam zerstören kann.
Mehr zum Verlegen
|
|
|
| 8. Bodensubstrat
Nun kann das Bodensubstrat (Magersand)
in Schichten zwischen 10 und 20 cm zuerst auf den Terrassenstufen
, dann auf dem Teichrand verteilt werden. Da man es nicht verhindern kann,
dass ein Teil des Sandes abrutscht, braucht man den Boden nicht mit Sand
zu bedecken. Auch die Folie am Teichrand wird ausschließlich mit
Magersand bedeckt.
Nur der Einstieg sollte nicht mit Sand bedeckt werden. Er wird erst
einige Tage nachdem das Wasser eingelassen ist, mit einer Bahn Spezialfolie
abgedeckt, die zur Rutschsicherheit mit Kies beklebt ist.
Entgegen allen allgemeinen Empfehlungen darf als Bodensubstrat keinerlei
Erde, kein Pdlanzensubstrat wie Blähton o.ä., keine Lava oder
andere Schlacke verwendet werden!
(weitere Erklärungen
und Hintergrundwissen im CD_LEXIKON)
Die von Wasserpflanzengärtnereien angebotene (teure) Gartenteicherde
ist normalerweise zu stark mit Nährstoffen angereichert und eutrophiert
das Wasser unnötig.
|
|
|
| 9. Uferzone und Sumpfzone
Bevor der Teich endgültig gefüllt wird, sollte man die Sumpfzone
vorbereiten, sofern eine vorgesehen ist. Sie sollte auf jeden Fall tiefer
als die übrige Uferzone ausgehoben sein und mehr Substrat aufnehmen
können, weil die meisten Sumpfpflanzen doch recht starke Wurzeln entwickeln.
Da diese Zone direkt mit dem Teichwasser in Berührung kommt oder
sogar zeitweise überschwemmt wird, darf auch hier als Substrat keine
Gartenerde verwendet werden, die ihre Nährstoffe in das Wasser abgeben
würde. Man verwendet auch hier wieder reinen Magersand.
Für Freunde von Moorpflanzen, z.B. Insektivoren
sollte das Substrat diesen Pflanzen angepaßt werden. Mehrfach bestens
bewährt hat sich hier eine Mischung aus 2 Teilen Magersand und einem
Teil düngerfreien Torf, den man aber leider nicht in jedem
Garten- oder Zoogeschäft kaufen kann.
Dann kann mit der vorläufigen Verarbeitung
des Teichrandes begonnen werden.
Danach kann der Teich gefüllt werden. (s.auch
Wasser)
Die Teichfolie am Rand sollte aber erst nach frühestens drei Wochen
etwa 1 Zentimeter über der
Grasnabe abgeschnitten werden.
|
|
|
| 10. Bepflanzung
In und an einem naturnahen Schul- oder Gartenteich sollten selbstverständlich
vorwiegend einheimische Pflanzen wachsen.
Das zu verwirklichen ist ein nahezu unlösbares Problem, denn unverfälschte,
einheimische
Pflanzen sind manchmal nur schwer und oft nur in Ausnahmefällen
in Gärtnereien zu bekommen.
Sie aus der Natur zu entnehmen, ist streng
verboten.
Fanatische Naturanhänger überlassen deshalb den Teich sich
selbst und warten, bis sich die richtigen Pflanzen von selbst eingefunden
haben. Wenn dieser Teich mitten in einem Stadtgebiet liegt, dürfte
die Folie dann wahrscheinlich schon lange zerfallen sein, bevor sich das
erste Plänzchen eingefunden hat.
Und dann wäre es ein riesiger Glücksfall wenn dieses keine
Hybride ist
Man kann deshalb bei den Pflanzen keinen allzu strengen Maßstab
anlegen und wird sich auch mit der einen oder anderen Zuchtform abfinden
müssen.
Die in vielen Gärtnereien für Gartenteiche angebotenen Exoten,
wie z.B.
die Muschelblume, Pistia stratiotes,
der Büschelfarn, Salvinia auriculata,
die Wasserhyazinthe, Eichhornia crassipes
und etliche andere sind tropische Gewächse, die man im Warmwasseraquarium
halten kann, die aber selbstverständlich nichts in einem naturnahen
Teich verloren haben.
Wurzelnde Pflanzen sollen ihren Nährstoffbedarf aus dem Wasser
entnehmen das von den Wurzeln in den nährstoffarmen Sand
gesaugt wird.
Bei Sumpfpflanzen, die nährstoffreicheren oder lehmigen Boden
verlangen, hat es sich bestens bewährt, in den ersten Jahren,
jedes Frühjahr je nach Größe der Pflanze eine oder mehrere
getrocknete Lehmkugeln (Durchmesser 1-2 cm) rund um die Pflanzen
in den Sand zu drücken.
Die meisten Schwimmpflanzen saugen ihre Nahrung über Wurzelfäden
direkt aus dem Wasser.
Wasserpflanzen und Wassermoose nehmen Nahrung hauptsächlich durch
ihre Blätter aus dem Wasser auf. Die Wurzeln dienen vorwiegend zur
Verankerung.
mehr zu Pflanzen |
|
|
|
|
|