Naturnaher Gartenteich oder Goldfischteich?
Bei Gartenteich denken die meisten an Goldfische, die in den letzten
zwanzig Jahren, sehr zum Nachteil für unsere heimischen Wasserinsekten
zu einer weit verbreiteten Modeerscheinung geworden sind.
Die Goldfische, Carassius auratus auratus, Zuchtformen vermutlich der
Karausche oder des Giebel (Karpfenfische), haben mit ihren mannigfaltigen,
zum Teil bizarren und sehr teuren Zuchtformen (Shubunkin, Schleierschwanz,
Teleskopfisch, Löwenkopf, Orandas u.v.a.) ihren Ursprung in China,
später Japan wo sie je nach Zuchtziel und wegen des großen
Sauerstoffbedarfs in mehr oder weniger flachen Schalen oder Krügen
gehalten wurden.
Um die Jahrhundertwende (1900) und auch danach war das ovale Goldfischglas
eine zweifelhafte Zierde in vielen europäischen Wohnzimmern, bis die
armen Tiere in dem durch Brotkrümel u.a. Futterreste verdorbenen Wasser
das Zeitliche segneten.
Goldfische werden ca. 35cm groß, sind mitunter sehr aggresiv
und knabbern sich auch gern untereinander an.
Die heute in Goldfischteichen gehaltenen Goldfische sind fast durchwegs
billige, für den Export nach Deutschland produzierte, italienische
Massenzüchtungen und werden von Laien für gewöhnlich in
einem Atemzug mit den bis über 1 m groß werdenden Kois oder
Farbkarpfen, Cyprinus carpio genannt. Von ihnen gibt es eine Unzahl von
gezüchteten, interessanten Farbvarianten. Einzelne Exemplare mit besonderen
Farbzeichnungen werden unter Kennern für einige tausend Euro gehandelt.
Im Prinzip ist nichts gegen die Haltung von Goldfischen in Kaltwasseraquarien
oder kleinen, nach Möglichkeit abgedeckten Kunststoffbecken mit nicht
mehr als 1,5 m Durchmesser auszusetzen. Doch wer einen Goldfischteich ohne
entsprechende Technik anlegt, sollte sich klarmachen, dass er damit seinen
Fischen keinen Gefallen tut, dafür aber wieder einen weiteren Sargnagel
für unsere, ohnehin schon stark dezimierte heimische Fauna schmiedet.
Jedes Frosch- und jedes Molchpärchen,
das zum Laichen den Teich aufsucht, aber auch jede Libelle, die ihre Eier
in dem Goldfischteich ablegt, haben ihr Leben verfehlt, denn deren Nachwuchs
hat fast immer so gut wie keine Chance, das fortpflanzungsfähige Alter
zu erreichen. Wenn Froschlurche in Zierfischteichen
zu überwintern versuchen, kommt es selbst bei normal kalten Wintern
oft zu Katastrophen.
Der
Goldfisch - ein Problem in heimischen Gewässern!
Wer unbedingt Fische halten möchte, sollte sich ein Aquarium mit
tropischen Zierfischen zulegen.
Es gibt hunderte von z.T. recht farbenprächtigen Arten, und sie
sind alle viel interessanter in ihrem Verhalten, als die doch recht langweiligen
Goldfische. Die Zucht tropischer Zierfische ist nicht nur ein lohnendes
Erlebnis sondern oft eine echte Herausforderung. Als alter Aquarianer,
der einige Jahrzehnte erfolgreich viele Arten von Zierfischen gezüchtet
hat, weiss ich, wovon ich rede.
Wer sich trotzdem einen Goldfischteich zulegen
möchte, wende sich an den Zoofachhandel, der dafür nicht nur
Rat sondern auch die entsprechende Hardware liefert.
Für die Haltung und Zucht von den z.T. sehr kostbaren und teuren
Kois, die bis zu 1.20 m groß werden, ist in jedem Fall eine
spezielle Anlage mit wirkungsvoller Filterung und Heizung erforderlich,
denn Kois gedeihen am besten in glasklarem und sauerstoffreichem
Wasser mit einer gleichmäßigen Temperatur von 18°C.
Die Errichtung und der Betrieb ist wegen des hohen technischen Aufwandes
nicht gerade
billig und erfordert einige Kenntnisse, Arbeitsaufwand und Zeit.
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Amphibien oder Fische?
Ihr Gartenteich kann im weitesten Sinne als Kleingewässer eingeordnet
werden.
Mit den Eigenschaften:
perennierend (dauerhaft), flach, lichtreich, kalkhaltiges, saures oder
neutrales Wasser, könnte man ihn nach Rudolf Drews als Chara-Tümpel,
Moor-Tümpel oder Tümpeltyp dazwischen einordnen. Einen größeren
Gartenteich (ca. 50 bis 200 m², ca. 2m tief) könnte man als Kleinweiher
bezeichnen, der ebenfalls noch zu den Kleingewässern zählt. Einen
nicht zu unterschätzenden Unterschied zu einem natürlichen Kleingewässer
gibt es allerdings noch. Während ein natürliches Kleingewässer
entweder einen Zu- und Ablauf hat, oder mit dem Grundwasser steigt
und fällt, in dem also bis zu einem gewissen Maße auch ein Wasseraustauch
stattfinden kann, ist ein künstlich angelegter, mit Folie oder anderen
Maßnahmen abgedichteter Teich ein (halb) geschlossenes System,
das darauf angewiesen ist, dass die im Wasser sich ansammelnden Nährstoffe
und Gifte einzig und allein durch die Pflanzen aufgebraucht werden.
Da die Bepflanzung des Gartenteiches normalerweise durch den Teichbesitzer
erfolgt, dürfte die Artenvielfalt der Pflanzen allerdings sehr groß
und kaum mit der Artenarmut eines heutigen, natürlichen Kleingewässers
zu vergleichen sein.
Durchaus mit einem natürlichen Kleingewässer vergleichbar
ist jedoch die Fauna in einem naturnahen Gartenteich. Mikroorganismen,
Wasserinsekten, Insektenlarven,Wasserkäfer, u.U. sogar Molche, Frösche
oder Kröten stellen sich von selber ein und sind dann mehr oder weniger
zahlreich vorhanden.

Die natürliche "Besiedelung" eines Kleingewässers durch Fische
dagegen ist eher eine seltene Ausnahme.
Fische, die weder fliegen können wie Insekten und Käfer,
aber auch nicht das Wasser "zufuß" erreichen können wie Molche
und Frösche, sind bei der Verbreitung entweder auf den Eintrag durch
den Menschen oder in der Natur durch das (seltene) Einschleppen von Laich
durch Wasservögel angewiesen. Im letzten Fall haben die - meistens
nur ganz wenigen - Eier bei der Überzahl der vorhandenen Räuber
(Libellen- und Käferlarven) im Teich kaum eine Chance, sich bis zur
Fortpflanzungsreife zu entwickeln. Falls doch, ist durch die immerwährende
Inzucht der wenigen, sich fortpflanzenden Tiere das Aussterben dann bereits
wieder voreingestellt.
Anders verhält es sich bei Kleingewässern in Überschwemmungsgebieten,
in die bei Überschwemmungen durchaus eine größer Anzahl
von Fischen verfrachtet werden kann. Je nach Art der Fische und Größe
des Gewässers kann dadurch allerdings das biologische Gleichgewicht
mehr oder weniger empfindlich gestört werden. Amphibien und
Insekten werden zwar weiterhin das Gewässer für die Eiablage
benutzen, Eier und Larven werden jedoch größtenteils als
Futter für die Fische dienen. Durch das Fehlen von Fressfeinden und
ohne Abwanderungmöglichkeiten wegen eines fehlenden Zu- und Abflusses,
kann es bei Vermehrung der Fische bald zu einem Überbesatz kommen.
In solchen Kleingewässern kommt es deshalb bald zu einer starken
Eutrophierung, die in absehbarer Zeit meistens zu einem Umkippen des Gewässer
führt, wobei der gesamte Fischbestand jedoch auch die meisten anderen
Lebewesen vernichtet werden.
Bei einem mit Fischen besetzten Gartenteich
kann man folglich auch nicht mehr von einem naturnahen Gartenteich sprechen,
denn die natürliche Besiedelung eines Kleingewässers mit Fischen
wäre in der Natur, wenn überhaupt, dann meistens nur eine zeitlich
begrenzte Ausnahme.
Wenn Sie sich trotzdem für Fische entscheiden
sollten, dann nur in einem großen, strukturreichen Teich ab
mindestens 100 qm Oberfläche, mit dichter Bepflanzung, die den
anderen Teichbewohnern Möglichkeiten zum Verstecken gibt. Es sollten
auch ausschließlich kleine, einheimische Arten unter 10cm Länge
sein. Da sich einige Arten auch ungehemmt vermehren, ist dafür Sorge
zu tragen, dass es nicht in wenigen Jahren zu einem Überbesatz kommt.
Bedingt geeignet für große Gartenteiche (ab ca. 100 m²
und mindestens 1.2 m Tiefe) wäre der nur etwa 6 bis 10cm lange Europäische
Bitterling,
Rhodeos sericeus amarus, der für die Fortpflanzung
allerdings auch Fluss- oder Malermuscheln benötigt in denen er seine
Eier ablegt. Die Larven der Malermuscheln entwickeln sich im Gegenzug in
den Kiemen der Bitterlinge.
(Mehr zu Fischen, die für Gartenteiche angeboten
werden)
Auf keinen Fall dürfen Stichlinge, weder die einheimischen,
noch die beliebten Amerikanischen und Kanadischen eingesetzt werden!
Wie von verschiedenen Autoren in Rainer
Günthers Werk:
"Die Amphibibien und Reptilien Deutschlands" in mehreren Kapiteln immer
wieder erwähnt wird, wäre es das sichere "Aus" für
ein Amphibien-Biotop.
Doch auch alle anderen kleinen Arten wie z.B. Moderlieschen oder Elritzen
fressen vorwiegend Lebendfutter und somit auch Amphibien-Larven und die
Larven unserer, in manchen Gegenden, nur noch in geringen Stückzahlen
vorhandenen Libellen.
Experimentelle Untersuchungen zur Amphibienmortalität durch Fischfraß
(M.Jakobus 1987, - Schriftenreihe Bayer. Landesamt f. Umweltschutz) haben
ergeben, dass auch "Friedfische" Amphibienlaich und Larven fressen.
Als Aquarianer kann ich Ihnen obendrein versichern, dass jeder Fisch jede
Art Lebendfutter dem Trockenfutter vorzieht.
Ein Zurückgehen der Amphibienpopulationen
und vor allem der Kleinlibellen ist nach dem
Einsetzen, ganz gleich welcher Fische, deshalb unvermeidbar.
Die Fütterung mit Trockenfutter kann das Übel nur noch verstärken,
weil dadurch die Wasserqualität zusätzlich noch verschlechtert
wird.
Zu der oft geäußerten, doch von wenig Fachkenntnis zeugenden
Behauptung, daß die Fische wegen der Stechmückenlarven notwendig
wären, kann nur gesagt werden: Culex
und Anopheles vermehren sich hauptsächlich in
stark eutrophierten Gewässern, was bei einem naturnahen Gartenteich
normalerweise nicht der Fall ist. Trotz regelmäßiger Planktonuntersuchung
in meinem Teich ist es mir in über zehn Jahren noch nicht gelungen,
eine Stechmückenlarve im Planktonnetz (für die Veröffentlichung)
zu entdecken.
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| Der Naturteich
Wer das Glück hat, in einem Tal mit einem Grundwasserstand von
wenigen Zentimetern zu wohnen, braucht nur lediglich den Teichboden und
die Terrassen zu formen.
Auch bei wasserundurchlässigem Grund und hohem Grundwaserspiegel
bietet sich der Bau eines Naturteiches an. Der Vorteil ist, dass es sich
bei einem solchen Teich nicht um ein geschlossenes
System handelt, da hier immer ein gewisser Wasseraustausch stattfinden
kann. Der Wasserstand wird durch die Regenmenge und durch das Grundwasser
bestimmt.
Der Nachteil ist, daß das Wasser direkt mit dem meistens recht
nährstoffreichen Boden in Verbindung steht und es dadurch übermäßig
eutrophiert werden kann. Obendrein bekommt man leider auch den Kunstdünger
sowie die Pestiziden aller umliegenden Gärten in den Teich geschwemmt.
Dem kann nur bis zu einem gewissen Grad begegnet werden, indem der
gesamte Boden und die Terrassen mit mindestens 20 cm nährstoffarmem
Sand ausgelegt werden. Dann kann man nur hoffen, dass die Pflanzen einen
Großteil des unfreiwillig erhaltenen Kulturmixes verdauen und die
Wasserqualität verbessern.
Bitte beachten Sie, dass solche Naturteiche u.U. genehmigungspflichtig
sind.

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| Lehmboden
Bei nicht ganz wasserundurchlässigen Böden mit tiefem
Grundwasserspiegel gibt es eine elegante, umweltfreundliche, allerdings
sehr arbeitsaufwendige, teure und deshalb wenig genutzte Möglichkeit,
das Wasser im Teich zu halten.
Man kann den Teich abdichten, indem man als Teichboden eine etwa 40
bis 60 Zentimeter dicke Schicht gestampften Lehms verwendet. Ein gewisses
Restrisiko, daß der Teich trotzdem ausläuft, bleibt leider allerdings
immer bestehen. Trotzdem ist das eine durchaus denkbare Möglichkeit,
einen
naturnahen Garteneich zu schaffen, der jedoch, den Nachteil eines geschlossenen
Systems beibehält,
denn ein Wasseraustausch durch das Grundwasser kann auch hier nicht
stattfinden. Um eine permanente Wassertrübungen durch den Lehm zu
vermeiden, sollte eine mindestens 20 cm dicke Schicht nährstoffarmen
Sandes auf Boden und Terrassen aufgetragen werden.
Die hohen Transportkosten für den Lehm und der enorme Arbeitsaufwand
machen dieses Verfahren ungewöhnlich teuer und garantieren trotzdem
keine absolut sichere Abdichtung.
Im Fachhandel werden seit einiger Zeit auch ineinander verfugbare Lehmziegel
angeboten, die das Abdichten des Teiches einfacher machen sollen.

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Der künstliche Teich
Betonbecken
Bei wasserdurchlässigen Böden mit tiefem Grundwasserspiegel
muss der Teich auf irgend eine Art abgedichtet werden.
Eine, allerdings nicht ganz umweltfreundliche Methode ist das
Betonieren eines Teichbeckens. In Bezug auf Haltbarkeit über einige
Jahrzehnte sollte man diese Möglichkeit jedoch nicht außer acht
lassen. Eine gefällige Gestaltung des Teichrandes erfordert jedoch
einige Erfahrung in der Verarbeitung von Beton. Da Zement über
einige Jahre hinweg giftige Substanzen an das Wasser abgibt, sollte
die Betonwand mit einem ungiftigen und Umweltfreundlichen Schutzlack oder
Kunststoffüberzug versehen werden.

Kunststoffbecken
Wer nur sehr wenig Platz für die Anlage eines Gartenteiches hat,
kann unter verschiedenen Größen von vorgefertigten Kunststoffbecken
wählen und selbst mit kleineren Becken für eine Übergangszeit
ein Feuchtbiotop schaffen. Wer nicht dem Putzteufel verfallen ist und sein
Becken nur alle zwei oder besser nur alle drei Jahre ausräumt, säubert
und trocken legt, hat ein beinahe natürliches Feuchtbiotop.
Der Kunststoff ist absolut frostbeständig und ein Platzen beim Einfrieren
ist nach Angabe einiger Hersteller angeblich nicht zu befürchten.
Damit überwinternde Wasserbewohner unter der Eisdecke nicht den
Erstickungstod erleiden, sollte ein kleiner Teil der Wasseroberfläche
durch eine Aquariumbelüftung eisfrei gehalten werden. Auch die Vögel
werden die eisfreie Fläche als Tränke und Bad gern nutzen.
Von Becken mit weniger als 4 qm Wasseroberfläche und einer geringeren
Tiefe als 80 cm muss jedoch abgeraten werden. Bei kleineren Becken ist
die Gefahr des Durchfrierens bis zum Grund, selbst in nicht zu strengen
Wintern zu groß und die evtl. darin überwinternde Insektenlarven
und Amphibien kommen unweigerlich um.

Folienteich
Die weitaus häufigste, preiswerteste und auch bewährteste
Methode ist bei kleinen und großen Teichen das Auslegen der Teichgrube
mit Teichfolie.
Teichfolien gibt es in verschiedenen Dicken in den Farben schwarz,
braun und grün. Je größer der Teich werden soll,
desto dicker sollte man die Folie wählen. Zu empfehlen sind Folien
zwischen 0,8 und 1,5 mm. Die Hersteller garantieren eine Lebensdauer von
zehn Jahren. Die wirkliche Lebensdauer liegt jedoch weit höher
und wird nur durch nicht abgedeckte Flächen verkürzt, an denen
die Sonne die Folie langsam zerstören kann.
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Der naturnahe Teich |
| Wer einen, wie oben beschriebenen künstlichen Teich als naturnahen
Gartenteich anlegen will, sollte sich an den naturgegebenen Verhältnissen
in seiner Umgebung orientieren.
Einige Beispiele:
Gewässer in einem ursprüglichen Moorgebiet
So hätte z.B. ein natürlicher Teich in einem ursprünglich
moorigen Gelände auch heute noch normalerweise weiches, saures Wasser
(um pH 5 und unter 4 Grad dH). Um diesen Verhältnissen gerecht zu
werden, sollten Teichboden und Ufergestaltung den örtlichen Bedingungen
entsprechen. Als Teichboden sowie für den Teichrand sollte nur absolut
kalkfreier Sand verwendet werden. Zur Gestaltung des Ufers eignen sich
zur Auflockerung Wurzeln aus dem Moor, die man sich in jedem Torfwerk aus
dem Abfall heraussuchen kann und kostenlos erhält.
Die Flachwasserzone könnte in eine Sumpfzone übergehen, in
der Sumpfpflanzen und Insektivoren kultiviert werden könnten.
Die Fauna und Flora dieser Region wird mit Sicherheit dieses neue Gewässer,
mit meistens klarem, manchmal leicht braunem Wasser annehmen. Wenn man
auch mit so einem künstlichen Feuchtbiotop wahrscheinlich kaum eine
vom Aussterben bedrohte Tierart retten wird, bietet man doch den weniger
bedrohten, hier noch vorkommenden Arten die Möglichkeit, sich fortzupflanzen.

in einer Moränenlandschaft
In einem steinigen Moränengebiet dürfen auch einzelne Steine
und kleine Abschnitte mit grobem Kies (nach Möglichkeit kalkfrei)
im Teich oder am Rand zu sehen sein. Die Flachwasserzone könnte in
eine Art Steingarten übergehen. Keinesfalls sollten Ufer- und Randzonen
vollständig mit Kieseln bedeckt sein, die bei starkem Sonneneinfall
die Wärme stark speichern und das Wasser unnötigerweise erwärmen.
Wenn das Gestein kalkhaltig ist, wird auch das Wasser alkalisch (über
pH 7) und hart sein. Der Nachteil ist leider ein meistens durch üppiges
Plankton leicht bis stark getrübtes Wasser, es sei denn, man schafft
es, das Wasser extrem nährstoffarm zu halten, was allerdings nicht
so ganz einfach ist.
Die andere Möglichkeit ist, wie im ersten Beispiel nur kalkfreien
Magersand sowie kalkfreien Kies und Regenwasser zu verwenden. Ein solcher
Gartenteich würde durch sein weicheres Wasser und einen niedrigen
pH-Wert zwar nicht den Verhältnissen der Umgebung entsprechen
aber durchaus ein Biotop für die meisten, nicht streng spezialisierten
Spezies bieten, bei meistens relativ klarem Wasser, in dem man auch
die Tiere beobachten kann.
Bergland oder Vorgebirge
Für einen naturnaher Gartenteich in einem Steingarten in einer
Vorgebirgsgegend gilt iom Prinzip das gleiche wie für einen Teich
in einer Moränenlandschaft.
Innenstadt
In einer ausgesprochenen Häuserwüste, in die sich garantiert
keine Amphibien verirren, wären auch Teiche mit gemauerten oder mit
Holzplanken eingefaßten Teichrändern möglich, auch wenn
solche Gebilde eigentlich nur noch sehr bedingt als naturnah angesehen
werden können. Doch solange keine Fische, Gelbwangenschildkröten,
exotische Amphibien oder Krebse eingesetzt werden, sind sie besser als
gar kein Teich.
Sie sind zumindest für Wasserinsekten (auch Libellen) ein Trittstein-Biotop
und bieten viele interessante Beobachtungsmöglichkeiten.
Gartenteich mit Bachlauf
Kommerzielle Teichbauer empfehlen oft Gartenteiche mit Bachläufen
und Wasserfällen.
Bevor man sich an so ein, nicht gerade billiges Experiment heranwagt,
sollte man doch einige grundsätzlichen Überlegungen anstellen.
(s. Gartenteich mit Bachlauf)
Zwischen diesen fünf Extrembeispielen gibt es natürlich unzählige
Typen von Teichen dazwischen.
Entscheidend für die Wasserqualität vom ersten Tage an ist
das Bodensubstrat. Es sollte so wenig wie möglich organische
sowie anorganische Nährstoffe und keine Spurenelemente enthalten,
sich nicht auflösen und nicht zusammenklumpen.
In Bauanleitungen für Gartenteiche werden von Autoren mit vorwiegend
theoretischen Kenntnissen immer wieder Vorschläge für die verschiedensten
Bodensubstrate gemacht, die leider allesamt ungeeignet sind.
Für naturnahe Gartenteiche hat sich, genau wie in der Aquaristik,
ausschließlich nährstoffarmer Sand bewährt. Um den Algenwuchs
auch nachhaltig über viele Jahre in Grenzen halten zu können,
sollte man auf jeden Fall folgende Ratschläge befolgen:
.
Die 7 Grundregeln
1. Nährstoffarmer Boden, d.h. keine
Garten- oder Teicherde, kein
Pflanzensubstrat, keine
Tone, Schlacken, Lava o.ä. ,
sondern ausschließlich Magersand.
2. Für neutrales oder saures Wasser nur kalkfreien Sand (Quarzsand)
und Kies .
(Wasserhärte)
3. Wenn möglich, nur Regenwasser verwenden.
4. Keinerlei Dünger in das Wasser.
5. Wuchernde Wasser- und Sumpfpflanzen in Töpfen mit Sand, nicht
wie
oft
beschrieben in Garten- oder Teicherderde pflanzen.
6. Auch der Teichrand darf nur mit Sand belegt werden!
7. Filteranlagen, Umwälzpumpen,
Springbrunnen oder Chemie gehören nicht in
einen naturnahen (fischlosen) Gartenteich.
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Den Sand erhält man am preiswertesten in einem Baustoffhandel,
der verschiedene Sorten von Sand und Kies führt. Gut geeignet ist
Sand, wie er für die Herstellung von Mörtel und Verputz verwendet
wird.
Bei Sumpfpflanzen, die nährstoffreicheren oder lehmigen Boden
verlangen, hat es sich bestens bewährt, nur im ersten Jahr,
je nach Größe der Pflanze eine oder mehrere getrocknete Lehmkugeln
(Durchmesser 1-2 cm) rund um die Pflanzen in den Sand zu drücken.
Alle anderen Pflanzen beziehen ihre Nahrung aus dem Wasser und
befreien es damit von überschüssigen Nährstoffen.
Unterwasserpflanzen nehmen ihre Nährstoffe ohnehin hauptsächlich
durch ihre Blätter aus dem Wasser auf. Die Wurzeln dienen nur zur
Verankerung.
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Unter Magersand versteht man Sand
mit einer
Körnung über
0,6 mm Größe, der möglichst frei von Lehm,
bzw. arm an Schluff- und Tonanteilen ist und keinerlei
Pflanzen-, Tier- oder Kunstdüngerreste enthält.
Lehm ist ein Gemisch
aus Ton, Schluff
und
Sand.
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Reiner Quarzsand unter dem Mikroskop im
polarisierten Licht, eine Methode zur Prüfung der Reinheit des
Materials - wenn ein entsprechendes Mikroskop vorhanden ist.
Beim Drehen des Objekttisches (oder gleichzeitig
beider Polarisatoren) müssen alle Körner einmal aufleuchten und
einmal auslöschen. |
Quarzsand prüfen
Wenn Sie den Angaben des Händliers nicht trauen,
dann gibt es noch eine sehr einfache Methode um den Sand zu prüfen:
Füllen Sie einen Teelöffel Sand
in ein Glasgefäß und übergießen Sie den Sand mit
Salzsäure, falls nicht vorhanden funktioniert auch Essigessens.
Wenn es nicht sprudelt und es zu keinerlei Blasenbildung
kommt, dann können Sie davon ausgehen, dass es sich um reinen
Quarzsand handelt. |
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Lichtverhältnisse
Ideal für einen naturnahen Gartenteich sind ausgewogene Lichtverhältnisse,
d.h. durchwegs sonnige Partien aber auch Teile, die ganz oder zumindest
zeitweise beschattet werden.
Ganztägig Sonne vertragen immer die tiefen Stellen in der Mitte
des Teiches gut. Aber auch
einige flache, bepflanzte Uferzonen sollten im Frühjahr viel Sonne
abbekommen für die Entwicklung von Kaulquappen und Molchlarven..
Halb- und Ganzschatten ist für die Entwicklung von einigen Schwimmblatt-
und Schwimmpflanzen Bedingung.
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Die Form und Gestaltung des Teiches |
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Die Form des Teiches spielt im Prinzip keine Rolle und bleibt den Vorstellungen
des Anlegers überlassen.
Gern werden nieren-, birnen- oder bananenförmige Variationen gewählt.
Doch die Form spielt nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings sollte man
phantasielose kreisrunde Wasserlöcher vermeiden, denn sie sind nicht
nur langweilig sondern auch schlecht zur Beobachtung der Fauna geeignet.
Für größere Teiche ab erwa 50 qm ist eine längliche
Form vorteilhaft, wenn man über eine Schmalstelle einen Steg (Brücke)
legt, von dem aus man die Tiere gut beobachten kann.
Hier ist auch ein Einstieg von Vorteil, damit man beim Auslichten wuchernder
Pflanzen oder bei Wartungsarbeiten auch ungefährdet
in den Teich steigen kann.
Grundsätzlich sollten mehrere unterschiedliche Tiefenzonen für
die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Pflanzen und Tiere
zur Verfügung stehen
Man sollte dafür sorgen, daß mindestens eine Seite des Teiches
in eine Flachwasserzone ausläuft die im Frühjahr gut besonnt
ist, damit evtl. zu erwartende Froschlurche ein geeignetes Laichgebiet
vorfinden. Auch sollte das gesamte Gewässer terrassenförmig
angelegt
werden, um den verschiedenen Pflanzenarten auch die entsprechenden Bedingungen
zu bieten.
Dabei kann man schon einige grundlegende Planungen bezüglich der
Bepflanzung vornehmen, doch schon nach zwei oder drei Jahren werden Sie
feststellen, dass die Natur ihre eigenen Wege geht und die Teichgestaltung
in eigener Regie weiterführt, was für jeden Naturfreund ein durchaus
spannendes Erlebnis sein dürfte.
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Bild 1.
Die Stufen, hier leicht übertrieben gezeichnet,
werden mit 10 bis 20 cm Magersand aufgefüllt. Die tiefste
Stelle kann substratlos bleiben. Teich- und Seerosen können dann in
mit Sand gefüllte Töpfe gepflanzt werden.
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Die größte Tiefe richtet sich u.a. nach der Größe
des Teiches, darf aber 80 cm, besser noch
1 m nicht unterschreiten, damit in strengerenWintern
überwinternde Amphibien und Insektenlarven nicht im Eis eingeschlossen
werden. Die tiefste Stelle braucht aber auch nicht tiefer als
1,8 m zu sein.
Ideal ist, wenn die Wasseroberfläche über der tiefsten Stelle
ganztägig Sonne erhält. Ein flacherer Teil kann dagegen auch
ganztägig im Schatten liegen, für Pflanzen, die Schatten bevorzugen,
wie
z. B. einige Schwimmpflanzen.
Der Teichrand (mindestens 20 cm und breiter) sollte an mehreren Stellen
flach auslaufen, damit in den Teich gefallene Tiere, wie Igel, Katzen o.a.
leicht an Land klettern können.
In offenen Grundstücken, die leicht für jedermann zugänglich
sind, muß der Teich u.U.sogar mit einem Zaun umgeben werden,
zum Schutz für kleine Kinder. (Er verhindert möglicherweise auch,
dass wohlmeinende Tierfreunde ihre Goldfische in Ihrem Teich entsorgen)
All das sollte in der Zeichnung mit Maßen festgehalten werden.
Es schadet durchaus nicht, wenn man nicht alle, der hier angesprochenen
Idealbedingungen
verwirklichen
kann.
Bevor mit dem Ausheben der Teichgrube begonnen wird, sollte man einen
genauen Plan ausarbeiten.
Danach wird das Gelände mit einer Maurerschnur oder ähnlichem
abgesteckt und bei unebenem Gelände der Pegel des Wasserstandes
mit einer Schlauchwaage ermittelt und markiert.
Man beginnt mit dem abgesteckten Umriss und gräbt bis zur Tiefe
der vorgesehen Wasseroberfläche. Der Teichrand sollte etwa 20 cm tief
und je nach Teichgröße 20 bis 100 cm breit sein. Mit der Schlauchwaage
wird überprüft, ob der Boden rund herum die gleiche Höhe
hat.
Dann wird der eigentliche Teich (Wasserteil) abgesteckt und die Erde
bis zur ersten Terrassenstufe ausgehoben. Diese wird wiederum abgsteckt,
weiter gegraben und so fort, bis die größte Tiefe erreicht ist.
Zu beachten ist:
Ein Loch ist schnell ausgeschachtet, doch was ausgeschachtet ist,
kann man nur mit großem Aufwand wieder haltbar und stabil auffüllen.
Bei Teichen mit einem Durchmesser von mehr als 2,5 bis 3 m sollte auch
ein treppenförmiger Einstieg vorbereitet werden, um problemlos Arbeiten
im Teich vornehmen zu können. Er wird nach Fertigstellung des Teiches
mit einer speziellen, mit grobem Sand beklebten Folie ausgelegt, die ein
Ausrutschen verhindert.
Der größte Teil des ausgehobenen Bodens kann zur Gestaltung
des Gartens mit leichten Erhebungen oder sogar einem kleinen Aussichtshügel
am Teichrand verwendet werden. Den Rest
muss man abfahren lassen.
Bevor die fertige Grube mit Folie ausgelegt wird, müssen alle
scharfkantigen Gegenstände, wie Steine, Betonstücke oder Äste
sorgfältig entfernt werden.
Wenn der Bodenrund aus sehr grobem Material besteht, sollte man
die Terrassen und den Boden mit einer etwa 10 bis 20 cm dicken Schicht
Sand bedecken.
Der Graben für eine eventuelle Regenwasserzuleitung von der Dachrinne
muss ausgeschachtet und das Rohr verlegt werden. Es sollte wegen der Gefahr
des Einfrierens mindesten 50 bis 60 cm tief verlegt werden und unter der
Wasseroberfläche in den Teich münden.
Bei kleineren Teichen bis ca. 3,5 m Durchmesser kann man die Folie
im Fachhandel kaufen und selbst verlegen. Bei größeren Teichen
kann das Auslegen der Folie aufgrund des enormen Gewichtes zu einem Problem
werden. Firmen, die sich auf den Bau von Ölbehältern, sowie
Löschwasser- und Parkteichen spezialisiert haben, können auch
mehrere Folienbahnen zu größeren Flächen zuverlässig
zusammen schweißen und mit mehreren Fachkräften die enorm schwere
Folie fachgerecht in die Grube verlegen.
In Baumärkten und anderen einschlägigen Fachgeschäften
kann man Folien als Meterware in den Breiten zwischen 2 und 6 Metern kaufen.
Sollten diese Größen nicht ausreichen, oder die benötigte
Form von einem Quadrat oder Rechteck stark abweichen, empfiehlt es sich,
die richtige Größe und Form von einem Fachgeschäft (normalerweise
ohne Preisaufschlag) herstellen zu lassen.
Unverbindlich empfohlene Folienstärken:
Bis 10 qm Wasseroberfläche - Folienstärke
0,8 cm
bis 20 qm Wasseroberfläche - Folienstärke
1 bis 1,2 mm
über 30 qm Wasseroberfläche - Folienstärke
1,5 mm
Zum Ausmessen der Größe verwendet man ein Bandmaß entsprechender
Länge (10 m oder mehr) das man je einmal an der längsten und
breitesten Stelle in der Grube einschließlich Teichrand auslegt.
Falls kein geeignetes Bandmaß vorhanden ist, tut es auch eine Schnur,
die danach gemessen wird. Zur Sicherheit sollte man noch je nach Größe
des Teiches 0,5 m oder mehr in Länge und Breite dazu geben.
Vor dem Auslegen faltet man die Folie so, daß sie von der schmalsten
Stelle aus in die Grube ausgerollt werden kann. Bestellte große Folien
werden auch so geliefert. Man sollte unbedingt beachten, dass größere
und damit auch dickere Folien ein beachtliches Gewicht haben, das nur mit
entsprechend vielen und kräftigen Helfern gehandhabt werden
kann.
Bei Teichen ab etwa 60 qm ist zu überlegen, ob man das Verlegen
nicht gleich von den Spezialisten der Firma ausführen läßt,
bei der man die Folie gekauft hat.
Die Folie darf am Teichrand noch nicht abgeschnitten werden, denn erst
nach dem Einlassen des Wassers passt sich die Folie eng an die Grube an
und rutsch erfahrungsgemäß noch ein ganzes Stück nach.
Nun kann das Bodensubstrat (Magersand) in Schichten zwischen 10 und
20 cm zuerst auf den Terrassenstufen , dann auf dem
Teichrand verteilt werden.
Man sollte aussschließlich kalkfreien Magersand verwenden. Sehr
gut bewährt hat sich dabei vorgewaschener Quarzsand,
den man im Baustoffhandel unter dem Namen Schweiß- oder Putzsand
erhält und der zur Herstellung von Feinputz verwendet wird. Es gibt
ihn in verschieden großen Körnungen. Zu empfehlen ist die Körnung
0,6 bis 2 mm.
Der Sand selbst ist nicht teuer, nur der Transport ist je nach Länge
der Wegstrecke recht kostspielig.
Nachdem der kalkfreie Magersand auf dem stufenförmigen Boden
verteilt wurde, wird das Wasser in den Teich gefüllt.
Wenn ein Brunnen vorhanden ist, ist das kein Problem. Sonst muss man
auf den nächsten Regen warten, es sei denn, man hat einen heißen
Draht zur Feuerwehr und kann sie überreden, bei der nächsten
Übung ein Auto voll Wasser im Teich abzuladen.
Während des Füllens können auch schon vorhandene
Wasserpflanzen auf den Terrassen eingepflanzt werden. Das ist in großen
Teichen bei niedrigem Wasserstand wesentlich einfacher, als später,
wenn der Teich voll ist.
Man sollte den Teich allerdings nur bis einige Zentimeter unterhalb
des evtl. noch einzuarbeitenden Wassereinlasses (s.oben)
oder die noch vorzubereitende Sumpfzone
füllen.
Wenn der Regenwasserzufluss durch
einen Bach erfolgt, kann jetzt die Folie des Baches mit der Folie
des Teiches verklebt, oder verschweißt werden. Beim Kleben (mit Spezial-Folienkleber)
sollte man die zu verklebenden Flächen mindestens 10 cm überlappen
lassen.
Besser ist das Verschweißen, wofür allerdings eine Heißluftpistole
mit Spezialdüse und sehr, sehr viel Erfahrung erforderlich ist. (Evtl.
vom Fachmann ausführen lassen).
Gut geklebt ist wesentlich haltbarer als schlecht geschweißt!
Gut geschweißt dagegen haltbarer als gut geklebt.
Wenn der höchste Wasserstand erreicht ist, kann man mit der vorläufigen
Gestaltung des Teichrandes beginnen. Vorläufig deshalb, weil der überstehende
Rand der Teichfolie noch nicht abgeschnitten werden darf. Durch das enorme
Gewicht des Wassers wird die Folie noch etliche Tage nach unten gezogen.
Nach vier bis sechs Wochen dürfte dieser Prozess jedoch abgeschlossen
sein.
Nach spätestens einem Jahr dürften über diesen Rand auch
Moos, Gras oder andere Pflanzen gewachsen sein, sodass man die Folie nicht
mehr sieht.
Das in fast allen Gartenteichbüchern immer wieder angeführte
Argument der Saugwirkung am Rand ist richtig, fällt aber nur
bei sehr kleinen Teichen ins Gewicht. Genau genommen ist sie sogar erwünscht,
denn nur dadurch kann bei einem geschlossenen System wenigstens ein
geringer Wasseraustausch stattfinden.
Bei steinigem Teichrand ist das Kaschieren der Folie besonder
einfach. Der Übergang vom Teichrand zum Rasen oder Gras dürfte
dann allerdings etwas unnatürlich aussehen.
Man sollte jedoch darauf achten, daß man nur möglichst kalkfreie
Steine verwendet.Verwenden Sie auch keine dunklen Steine im Flachwasser
und am Teichrand. Alle Steine, aber besonders dunkle Steine speichern bei
Sonneneinstrahlung sehr stark die Wärme, was zu einer übermäßigen,
schädlichen Erwärmung des Wassers führen kann. Bei
nicht sehr tiefen Teichen kann es zu einem gefährlichen Sauerstoffmangel
kommen, bei dem Insektenlarven und Amphibienlarven zu Schaden kommen können. |
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Wasser |
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Der Wasserspiegel jedes natürlichen Kleingewässers ohne Zulauf
sinkt und steigt mit dem Grundwasserspiegel.
Bei einem geschlossenen System wie einem Folienteich, wird der Wasserstand
hauptsächlich durch die Verdunstung geregelt. Die Verdunstung beträgt
bei 18° C Wassertemperatur je nach Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit
zwischen 6 und 10 mm pro Tag. Dazu kommt die Saugwirkung durch die
Pflanzen am Teichrand. Deshalb ist die Wasserversorgung ein wichtiger Punkt.
Eine Ableitung des Regenwassers
von den Gebäudedächern in den Teich kann ihn in nicht zu trockenen
Jahren u.U. ganzjährig ausreichend mit Wasser versorgen.
Bei Teichen, deren Wasseroberfläche wesentlich kleiner als der
Grundriß des Hauses ist, dürfte die Wasserversorgung, zumindest
bei häufigeren Regenfällen, kein Problem sein.
Obendrein wird dadurch das örtliche Abwassersystem entlastet!
Leitungswasser sollte wegen seiner Kostbarkeit nach Möglichkeit
nicht verwendet werden.
Der oft gelesene Einwand, dass vom Dach abgeleitetes Wasser viel zu
stark mit Stickstoff und Umweltgiften belastet sei, ist zwar nicht falsch,
doch das Wasser aus wenige Meter tiefen Brunnen ist oftmals
noch viel stärker belastet und obendrein mit den von der Landwirtschaft
und vor allem von Hobbygärtnern ausgebrachten Pestiziden und Kunstdünger
versetzt.
Bei größeren Teichen, wird jedoch das Regenwasser bei längeren
Trockenperioden auf keinen Fall ausreichen, sodass Leitungswasser
oder besser Brunnenwasser nachgefüllt werden muss. Um das kostbare
Leitungswasser zu sparen wird sich in vielen Fällen das Anlegen eines
eigenen Brunnens lohnen. Die Wasserqualität des Brunnens braucht dabei
nicht unbedingt Trinkwasserqualität zu haben.
Da Regenwasser meistens einen pH-Wert unter 5 hat, wird man auch bei
Zugabe von größeren Mengen Leitungs- oder Brunnenwassers mit
einem pH-Wert über 7, im sauren oder zumindest neutralen
Bereich bleiben. Zu hartes Brunnenwasser wird erfahrungsgemäß
durch viele Pflanzen soweit entkalkt, dass nach einigen Monaten ein wesentlich
niedrigerer dH-Wert gemessen wird.
Zu vermeiden ist unbedingt jede Art von Düngung des Wassers. Bei
der in jedem Frühjahr üblichen Düngung und Kalkung
des Rasens sollte ein ausreichender Abstand vom Teich eingehalten werden,
ansonsten rächt sich das Wasser u.U. mit ganzjähriger, starker
Veralgung
und Trübung durch Plankton.
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Pflanzen |
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Bei der Auswahl der Pflanzen muss unterschieden werden zwischen Wasserpflanzen
und Sumpfpflanzen.
Während bei Wasserpflanzen die Härte und der pH-Wert des
Wassers ausschlaggebend und bei etlichen Arten relevant ist, sollte
man bei Sumpfpflanzen auf die Beschaffenheit des Bodens achten.
Es gibt kalkhaltige oder saure, lehmhaltige oder sandige, nährstoffreiche
und nährstoffarme Böden. Wildwachsende Pflanzen benötigen
oft einen speziellen Boden, in Gärtnereien herangezogene Pflanzen
sind meistens weitaus weniger wählerisch und deshalb für unseren
Magersand weit besser geeignet. Wenn wirklich notwendig, können die
Pflanzen gezielt aber sparsam mit den unbedingt nötigen Nährstoffen
versorgt werden
Deshalb, wenn Ihnen eine Pflanze besonders gut gefällt, sollten
Sie den Versuch wagen und zwei oder mehr Exemplare an den Teichrand oder
ins flache Wasser pflanzen.
Wenn diesen Pflanzen die Umweltbedingungen zusagen, werden sie sich
vermehren, ansonsten werden alle Exemplare im kommenden Jahr augenscheinlich
verschwunden sein. Sie können aber auch im übernächsten
Jahr wieder erscheinen und prächtig gedeihen. Andere werden dahinvegetieren,
nach einigen Jahren verschwunden sein, oder sich plötzlich gut vermehren.
In der Natur ist sehr viel Unvorhersehbares möglich.
Bereits nach wenigen Jahren werden sich auch einige, in der Umgebung
noch vorkommende
wilde Arten angesiedelt haben. Ihre Entdeckung bereitet sicher dem
Naturfreund dann eine besondere Freude.
So haben sich z.B. an meinem Teichrand nach fünf Jahren sogar
einige Pflänzchen des echten , einheimischen Rundblättrigen
Sonnentaus angesiedelt, der in der ganzen Umgebung kaum mehr zu
finden ist. Vermutlich wurden die Samen durch Vögel eingeschleppt. |
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Pflege |
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Je größer der Teich, desto weniger Pflege ist erforderlich.
In den ersten zwei bis drei Jahren kann man einen naturnahen Teich
ruhig sich selbst überlassen. Danach wird man jedoch regulierend eingreifen
müssen, um das Überhandnehmen einzelner Pflanzenarten zu verhindern.
Im Frühjahr durchleben fast alle, sogar Teiche mit weichem, sauren
Wasser jedes Jahr durch eine massenhafte Vermehrung von Phytoplankton eine
sogenannte Wasserblüte, die jedoch nach einigen Tagen normalerweise
wieder verschwindet.
Im Hochsommer kann es bei warmem Wetter und starker Sonneneinstrahlung
in den Uferzonen zu einer starken Vermehrung von gallertigen Algen
kommen. Man kann diese mit einem Käscher oder Haushaltssieb herausfischen,
sollte jedoch die manchmal massenhaft darin vorhandenen Larven von Wasserkäfern,
Libellen und sogar Molchlarven wieder befreien.
Die im Herbst in den Teich gefallenen Blätter sollte man so schnell
wie möglich herausfischen, denn sie sinken nach wenigen Stunden ab
und können dann nur mit einigen Umständen vom Teichboden entfernt
werden. Sie sind, neben Pollen sowie Ammonium und Nitrat im Regen, hauptsächlich
an der Eutrophierung des Wassers beteiligt.
Die im Herbst absterbenden Blätter und Stengel von Schilfpflanzen
sollte man jedoch bis zum Frühjahr stehen lassen, denn viele Libellen
und andere Insekten haben ihre Eier an oder in den Blättern und Stengeln
abgelegt. Obendrein gewährleisten diese Überbleibsel der Schilfartigen
Pflanzen im Winter einen gewissen Sauerstoffaustausch bei zugefrorener
Wasseroberfläche.
Bis zum Rizom sollte man allerdings die meisten Blattstengel von See-
und Teichrosen abschneiden, denn in ihnen überwintern die Seerosen-Blattkäfer,
die bei den normalerweise wenigen See- oder Teichrosen in einem Gartenteich
doch einen erheblichen Schaden anrichten können.
Sie werden durch diese Maßnahmen kaum ausgerottet, zumal sie
nicht gerade selten vorkommen und sich in jedem Jahr in mehreren Generationen
fortpflanzen.
Mehr
über den Seerosen-Blattkäfer. |
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Winter
Wenn im Gartenteich etliche Frösche oder auch Molche überwintern,
sollte man auf jeden Fall dafür sorgen, dass zumindest ein kleiner
Teil der Wasseroberfläche im Winter eisfrei bleibt. Besonders relevant
ist das bei neu angelegten naturnahen Teichen, in denen die sauerstoffproduzierende
Unterwasserflora sich noch nicht ausreichend entwickeln konnte.
Im Zoofachhandel werden spezielle Styroporkästen dafür angeboten.
Wesentlich effektiver ist jedoch eine Membran- oder Kolbenluftpumpe,
wie sie für Aquarien verwendet wird. Angeboten werden aber auch spezielle
Luftpumpen zur Eisfreihaltung von Teilen der Wasseroberflächen in
Gartenteichen. Das oder die Schlauchenden dürfen jedoch nicht zu
tief ins Wasser tauchen, da sonst das Wasser durchmischt wird, es
dadurch
auskühlt.und u.U. bis zum Grund durchfriert.
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Man beschwert das offene Schlauchende - ohne Ausströmer
- mit einem Stein o.ä. und hängt es an einer passenden Stelle
am Teichrand oder noch besser in der Teichmitte über der tiefsten
Stelle mit irgendeiner Vorrichtung in max. 5 cm Tiefe in das Wasser.
(hier über einem Steg)
Die (nicht zu stark) ausströmende Luft bewegt das Wasser und
hält dabei die Wasseroberfläche selbst bei |
sehr tiefen Temperaturen eisfrei ohne das gesamte Wasser des Teiches
zu stark und zu schnell zu durchmischen und dabei abzukühlen.
Wasser hat seine größte Dichte bei 4°C
und bildet somit die unterste Schicht, in der sich im Winter auch die Amphibien
aufhalten ohne einfrieren zu müssen. Ihren Stoffwechsel haben sie
bei Temperaturen unter 5°C reduziert und ihre Atmung fast auf
vollständige Hautatmung umgestellt.
Wärmeres, aber auch kälterse Wasser ist leichter und steigt
nach oben. Wegen seines um 1/11 größeren Volumens ist Eis rund
Einzehntel leichter als Wasser und schwimmt deshalb immer an der Oberfläche.
Auch die Vögel werden diese offenen Wasserstellen gern als Tränke
und Bad annehmen. |
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Amsel-Männchen
Ringeltaube
Eichelhäher
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Blaumeise
Buchfink
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| Sogar ein Jagdfasan sucht in langen Wintern manchmal den
Teich auf, um kurz zu trinken und einige Minuten das rege Treiben am zugeforenen
Teich von einem höheren Platz aus zu beobachten. |
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Mehr zu Vögeln
im Garten
Tote Frösche im Gartenteich
Naturnahe Gartenteiche - Frühjahrsputz
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| Links |
Anleitungen zur Anlage von angeblich "naturnahen" Gartenteichen gibt
es im Internet wie Sand am Meer.
Bauanleitungen von kompetenten Autoren mit ausreichend praktischer
Erfahrung, die man mit gutem Gewissen auch weiter empfehlen könnte,
scheint es offensichtlich nicht mehr zu geben. |
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Naturschutz
im Garten
Anlage
und Gestaltung von naturnahen Gartenteichen
Beide Seiten von ANTL
Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger
Land
e.V.
NABU-Infobuch-Gartenteich
NABU Brandenburg: Naturnaher Gartenteich auf der BuGa.
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