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Nachtrag vom 27. Dez. 2004
Die unerwartet hohe Resonanz, die dieser einfach gestaltete Beitrag
nicht nur bei Gartenteichbesitzern ausgelöst hat und der anscheinend
z.T. zu kontroversen Diskussionen von Experten in Foren geführt
hat, über die sogar ich von Lesern unterrichtet worden bin, nehme
ich zum Anlaß um einiges nachzutragen. Ich hoffe damit bei einigen
Mikroskopikern und Gartenteichbesitzern die offensichtlich noch vorhandenen
Unklarheiten beseitigen zu können..
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Vorliegender Versuch mit obigem Ergebnis wurde ausschließlich als
Hilfestellung für jene Gartenteichbesitzer durchgeführt und beschrieben,
die nicht nur einen
fischlosen naturnahen Gartenteich, sondern gern
auch einen entsprechenden Bachlauf dazu betreiben möchten,
die jedoch nicht, aus was für Gründen auch immer, die Möglichkeit
haben selbst solche Versuche erfolgreich durchzuführen.
Da meine Website weder gesponsert ist, noch ich irgendwelchen Interessenvertretern
aus finanziellen Gründen verpflichtet bin, habe ich auch
kein Interesse daran, Unwahrheiten zu verbreiten oder meine Fotos zu
manipulieren, wie mir offensichtlich von irgend jemandem irgendwo
unterstellt wird.
Getestet wurde eine ganz gewöhnliche, handelsübliche Kreiselpumpe
wie man sie normalerweise für einen solchen Zweck verwenden würde
(keine Tauch- oder anders gebaute Spezialpumpe).
Der zweite sehr zeitaufwändige Test
mit einer stärkeren Pumpe (20 m³/h) - die für Schwimmteiche
empfohlen wird - zeigte leider, daß auch diese Pumpe für
Bachläufe kaum geeignet ist.
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Interessenten, die selbst einfache Tests mit ihren Pumpen durchführen
möchten, benötigen dafür weder ein Stereoskop, noch ein
Durchlicht- oder gar Utermöhl-Mikroskop.
Da alle relevanten, lebenden Organismen größer als
250 µm (1/4 mm) sind, genügt für die Lebenderkennung eine
gute Lupe und eine Petrischale.
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Eine verläßliche Aussage erhält man mit einer quantitativen
Auswertung, wenn die Pumpenproben mit mindesten einer Kontrollgruppe verglichen
werden
(d.h. nicht gepumptes Wasser gleichen Volumens und den darin lebenden,
ausgezählten
Organismen).
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Einige verwendete (Fach?-)Ausdrücke, die offensichtlich noch nicht
allgemein bekannt sind:
Stereoskop:Gerät
zur stereoskopischen (dreidimensionalen) Betrachtung von lebenden und toten
Objekten bei Vergrößerungen bis ca. 50x.
Detritus: Schwebstoffe bestehend aus Exkrementen, totem Pflanzen-
und Tiermaterial, das langsam zu Boden sinkt. Detritus ist der Lebensraum
für zahlreiche Mikroorganismen.
Eine quantitative Auswertung von Organismen im Detritus ist
jedoch mühsam und meistens nur durch gleichzeitigen Einsatz vieler,
geübter Untersucher
sinnvoll (z.B. Studenten, Kursteilnehmer u.dergl.).
Plankton:
(griech. das Umhergetriebene). Lebensgemeinschaft im freien
Wasser schwebender Organismen deren Eigenbewegungen nicht ausreichen
um Strömungen überwinden zu können.
Unter Süßwasser- oder Limnoplankton versteht
man vorwiegend Einzeller, Ruderfuß- und Blattfußkrebse sowie
Rädertiere.(s. Biodiversität)
Sedimentieren: bezeichnet einen
Vorgang bei dem man alle (normaler- weise toten) Schwebstoffe langsam
zu Boden sinken läßt. (Sedimentiergefäße sehen den
früher gebräuchlichen, tüten- förmigen Sektgläsern
sehr ähnlich).
Zentrifugieren: Anreichern von Material mittels einer Zentrifuge
(hier meist toter oder abgetöteter Biomasse)
Bei Lebenduntersuchungen können nur in Ausnahmefällen
bei sehr un- empfindlichen Organismen Handzentri- fugen sehr vorsichtig
mit je nach den Objekten weniger als 500 bis 1000 U/min eingesetzt werden. |
links Sedimentiergefäß (100 ml)
rechts Handzentrifuge
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Das für Untersuchungen von Schwebstoffen, in denen sich noch Lebewesen
aufhalten könnten, immer vorzuziehende Sedimentieren
sollte also nicht leichtfertig mit dem Zentrifugieren durcheinander
gebracht werden.
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Wegen der geringen Menge der zu untersuchenden Medien und der hohen Konzentration,
(10 ml aus 10 l = 1 : 1000) war der Einsatz beider Werkzeuge nicht nötig.
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Da die Mortalität (Sterberate) vieler Organismen bei stark angereicherten
Planktonproben durch die Sauerstoffzehrung mit der Zeit stark ansteigt,
wurden die gepumpten Proben unmittelbar nach der Aufbereitung untersucht..
Erst danach wurde die geschöpfte
Kontrollprobe aufbereitet (10 l durch Planktonnetz gefiltert) und
sofort danach ausgezählt.
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Detaillierte Informationen zur Versuchsanordnung und zu der Auswertung
der Daten.
Testobjekt:
handelsübliche Kreiselpumpe,
T.I.P. Clean-Jet 1000, Edelstahl, für Dauerlauf geeignet.
2850 Rpm, Hmax 50m, Qmax 3600 l/h, 230V/50Hz, 3/4-Zoll-Anschlüsse,
Bj.97.
Für dieAuswertung verwendete Meßgeräte:
Labor-Stereoskop MSC-10, Auflicht und Durchlicht
Objektive: 0,6x, 1x, 2x, 4x, 7x
Okulare: 8x23, 8x23 mit Strichplatte 10x18 = 180 Teilstriche
(für Anfänger: Okularvergrößerung multipliziert
mit der Objektivvergrößerung ergibt bei Stereoskopen und Mikroskopen
die Gesamtvergrößerung.
Die Strichplatte wird mit einem sogenannten Objekmikrometer
für jedes Objektiv geeicht, so daß man immer - unbeachtet der
Vergrößerung - leicht die Größe des Objektes während
des Betrachtens erkennen kann.)
Forschungsmikroskop Wild/Leitz M40 nach Utermöhl für
Hellfeld, Dunkelfeld,
Phasenkontrast und Polarisation, Schiebetisch mit aufgesetzem Kreuztisch.
Objektive: 2x, 4xPh, 10xPH, 20xPH, 50xPH, 100xPH
:Okulare: 10xWF, 10xWF mit Raster-Strichplatte, Raster 10x10
Felder, für jedes Objektiv mit Objektmikrometer geeicht.
(Für Anfänger: Utermöhl-Mikroskope sind umgekehrte Mikroskope,
durch die die Objekte von unten betrachtet werden und die deshalb besonders
für quantitative Auswertungen aber auch für die Beobachtung
von lebenden Mikroorganismen in dafür geeigneten Mikro-Aquarien geeignet
sind.)
Für die Makro- bzw Mikrofotografie wurden zwei verschiedene
Wild/Leitz Forschungsmikroskope verwendet (s.
Über die Homepage)
Auswertung der Prüf- und Kontrollreihen
Jeweils 10 ml des angereicherten Mediums wurden in 3 Petrischalen (Durchmesser
50mm) bodendeckend verteilt und alle Organismen über 300 µm
unter dem Stereoskop im Durchlicht mit untergelegter Rasterfolie lebend
ausgezählt.
Stichproben a 0,2 ml, Deckglas 24x30,
Wild-Utermöhl-Mikroskop, Okular 10x WF mit 10x10-Felder-Rasterplatte.
Objektive 4x PH, 10xPH, 20xPH.
Beleuchtung Hellfeld oder Phasenkontrast je nach
Bedarf. |
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