| Alle Stickstoffverbindungen
aber
auch Phosphat, Schwefel, Schwermetalle und andere wasserlöslichen
Verbindungen sammeln sich mit der Zeit an der tiefsten Stelle des Teiches
an, wenn das Wasser nicht bewegt wird, wie auch in jedem natürlichen
Kleingewässer üblich. Ein künstlich angelegter Gartenteich
ohne Zu- und Ablauf wird also, zwar sehr, sehr langsam, aber doch
stetig von unten nach oben sein Wasser verschlechtern.
Es gibt allgemeine Empfehlungen für die Wasserzusammensetzung in
Aquarien, die eigentlich nur eingehalten werden können, wenn das Wasser
künstlich aufbereitet wird, abgesehen davon, daß viele Fischarten
auch unterschiedliche Zusammensetzungen benötigen.
Für einen naturnahen Gartenteich ist schon aufgrund der erheblich
größeren Wassermenge eine gewünschte spezielle Wasserzusammensetzung
kaum möglich, aber auch nicht notwendig. Bei einer ausreichenden Bepflanzung
wird sich in den allermeisten Fällen eine gute Wasserqualität
einstellen, auch in Bodennähe und selbst nach vielen Jahren.
Die folgende Tabelle zeigt die gemessenen Werte in einem 8 Jahre alten
naturnahen Gartenteich, der hauptsächlich mit Regenwasser und etwa
drei bis viermal im Jahr mit eisenhaltigem Wasser, mäßiger Qualität
aus einem 11 m tiefen Brunnen nachgefüllt wurde.
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Oberfläche
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180 cm
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Temperatur °C
pH-Wert................... 5,1
Gesamthärte............. 3,0 d°
Carbonathärte.......... 1,0 d°
Ammonium.............. 0.1 mg/l
Nitrit....................... 0.0 mg/l
Nitrat..................... 8.5 mg/l
Phosphat............... 0.0 mg/l
Eisen..................... 0.6 mg/l |
15.2 °C
5.3
12,0 d°
5,0 d°
3.0 mg/l
0.0 mg/l
25.0 mg/l
0,5 mg/l
> 6 mg/l |
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Das Wasser aus 180 cm Tiefe wurde mit einer ganz einfachen Vorrichtung
fast unvermischt geschöpft.
Eine möglichst langhalsige Flasche wird zusammen mit einem Bleigewicht
(unten, gelb) oder Stein in ein Perlonnetz gepackt, wie es zum Verpacken
von Zwiebeln, Paprikaschoten u.a. in Supermärkten verwendet wird
Eine entsprechend lange Leine wird am Korken und dann mit einer
großen Schlaufe am Flaschenhals und Netz befestigt.
Nachdem der Korken nur ganz leicht in den Flaschenhals gesteckt wurde,
wirft man die Flasche ins Wasser und wartet bis sie am Boden angekommen
ist. Mit einem ruckartigen Zug an der Leine wird die Flasche entkorkt und
sie füllt sich mit dem Wasser vom Grund. Beim Herausziehen wird nur
wenig Wasser im langen Flaschenhals vermischt, das abgegossen werden
kann. (bekannt. u. MEYERSCHE Schöpfflasche,
aus Schwoerbel,
Methoden der Hydrobiologie)
Die Werte wurden mit dem Wasserlabor für die Aquaristik und
Teichwirtschaft Aquamerck
11 102 und den zusätzlichen Reagenzien für Phosphat und
Eisen gemessen. |
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In jedem gut sortierten Zoofachgeschäft sind auch Reagenzien von anderen
Firmen oder Mess-Stäbchen zur Wasseranalyse erhältlich.
Wer nur einmal eine Analyse über die wichtigsten Werte, wie pH,
Gesamthärte und Nitrat durchführen will, kann sich für weniger
als 2 Euro ein Mini-Wasserlabor
zulegen.
Wie man aus obiger Tabelle entnehmen kann, sind alle gemessenen Werte in
180 cm Tiefe deutlich erhöht, bewegen sich aber noch absolut im grünen
Bereich, sodaß ein Wasserwechsel nicht unbedingt nötig wäre.
Lediglich der Eisengehalt und eventuelle, nicht gemessenen anderen schädlichen
Verbindungen könnten irgendwann einmal u.U. zu einem Problem werden.
Man kann dem zuvorkommen, wenn man einen Teil des Wassers (evtl. 10
bis 15%) an der tiefsten Stelle mit einer Gartenpumpe abpumpt. Das sollte
jedoch nicht ohne einige Vorkehrungen geschehen, da sonst viele Insektenlarven
und andere Organismen , die sich am Teichgrund aufhalten (Benthos)
, unweigerlich durch die Pumpe getötet
würden.
| Auch hier wird wieder ein, wie bereits oben beschriebenes
Perlonnetz zweckentfremdet. Man stülpt ein, zwei oder drei (je nach
Maschendichte) dieser Netze über einen Drahtkorb den man über
den mechanischen Ansaugfilter des Ansaugschlauches stülpt und befestigt.
Alle Tiere, die größer als die Maschen sind, werden nun nicht
mehr in den Schlauch gesaugt und werden auch nicht mehr durch einen kräftigen
Sog festgehalten, da die Ansaugfläche sehr stark vergrößert
ist. Da der feine Mulm abgesaugt wird kann man leider auch nicht verhindern,
daß alle evtl. mit angesaugten
Mikroorganismen vernichtet werden. Doch der Verlust hält sich
dabei in Grenzen.
Solche Drahtkörbe kann man in den Sanitärabteilungen
von Baumärkten als Badezimmerzubehör kaufen. |
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Selbstverständlich funktionieren auch andere, korbartigen Geräte,
die eine Kantenlänge von mindestens 10 x 10 x 10 cm haben sollten.
Bei starken Pumpen mit mehr als 3000 l/h sollte der Korb sogar noch größer
sein.
Mulm
Es ist erstaunlich, wieviel Biomasse selbst in einem naturnahen Gartenteich
erzeugt wird, obwohl hier keinerlei zusätzliche Düngung erfolgt.
Regelmäßiges Ernten der überschüssigen Pflanzen
verhindert, dass der Teich verkrautet oder langsam verlandet, wie es auch
bei natürlichen Kleingewässern sehr häufig passiert
Die organischen Schwebstoff sinken langsam bis zum Bodengrund auf dem
auch abgestorbene Pflanzen, das ganze nicht abgefischte Laub, sowie große
Mengen Blütenstaub, aber auch massenhaft abgestorbene Makro- und
Mikroorganismen sich langsam zersetzen und eine mehr oder weniger dicke
Mulmschicht bilden.
Es ist deshalb vorteilhaft, wenn der Mulm nach einigen Jahren entfernt
wird. Das kann einige Probleme aufwerfen, da dadurch doch ein Teil der
Fauna vernichtet werden kann. Deshalb sollte ein totales Auspumpen nach
Möglichkeit vermieden werden.
Eine Verletzung der Tiere ist dabei nahezu ausgeschlossen Der Mulm wird
im Gazebeutel aufgefangen, den man vorsichtshalber in einen Eimer entleert,
um evtl. mitgefangene Larven und Käfer
wieder heraussuchen zu können
Das funktioniert auch mit Luft. Dazu ist allerdings ein Kompressor erforderlich.
Der Druck muß je nach Wassertiefe zwischen 2 und 5 bar eingestellt
werden. |
Eine recht brauchbare Lösung bieten Mulmabsauger für Schwimmbäder,
die jeder gut sortierte Baumarkt führt.
Die Bürsten im Trichter, die im Schwimmbad zum Abbürsten
des Bodens dienen, kann man entfernen.
Das Funktionsprinzip ist einfach. Man verbindet das Gerät über
einen Gartenschlauch mit der Brunnenpumpe oder direkt mit der Trinkwasserleitung.
Das Wasser wird durch Düsen innerhalb des Zylinders nach oben
gedrückt und reißt dadurch das Teichwasser samt Mulm mit.
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Die Maschenweite der größten Maschen des Gazebeutels beträgt
ca. 250 µm, d. h. ein Teil der sehr kleinen Mulmpartikel unter dieser
Größe kann leider durch die Maschen gepreßt werden, vor
allem, wenn der Druck zu hoch ist.
Auf keinen Fall darf das Wasser aus dem Teich mit einer Gartenpumpe
gepumpt werden, da dabei alle Lebewesen beim Durchlauf
durch die Pumpe
getötet werden.
Man sollte beim Teichsäubern auch des Guten nicht zu viel tun und
immer nur einen Teil des Teichbodens reinigen. Einen naturnahen Gartenteich
sollte man nicht wie ein keimfreies Babybad behandeln. Wenn der Mulm
leicht modrig riecht, ist das völlig normal. Sollten allerdings früher
einmal Fische in dem Teich gewesen sein, dann ist es sehr wahrscheinlich,
dass der Mulm nach faulen Eiern riecht. In so einem Falle ist es empfehlenswert,
den Teich sehr gründlich zu reinigen.
Wer die Putzerei vom Lande aus machen möchte, kann am unteren Stutzen
(Foto) einen dazu passenden, teleskopierbaren Stiel bis 2,4 m Länge
befestigen.
Mulmabsauger im Eigenbau
Eine auch über einen längeren Zeitraum brauchbare Mulmabsaugung
auch für sehr feine Schwebstoffe - kann man sich aus einem Trichter,
einigen Metern Schlauch mit verschiedenen Durchmessern, einer nicht
zu kleinen Durchlüftungspumpe (für Aquarien) und einem Behälter
mit Filter-Watte oder -Schaumstoff selbst bauen (z. B. Eimer mit
Loch oder eingeklebtem Rohr für den Abfluß)
| ...Durchlüfter-Pumpe
...............................FilterGefäß
mit Filterwatte |
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Dies ist zwar keine Hau-Ruck-Methode, die innerhalb kürzester
Zeit den gesamten Mulm absaugt, dafür ist sie aber für die Mikro-
und vor allem Makrofauna im Teich relativ unschädlich.
Je nach Teichgröße und Menge des Mulms sollte so eine Filterung
einige Tage oder gar Wochen laufen.
Die Schlammabsaugung sollte über der tiefsten Stelle des Teiches
erfolgen, da sich hier bei relativ unbewegtem Wasser automatisch der meiste
Mulm ansammelt. Gröberes Material, wie z.B. Laub oder auch Wassermoos
wird mit einem Käscher herausgefischt. |
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Die Förderleistung hängt von der Luftleistung der Pumpe, der
Tiefe des Teiches, sowie der Länge und dem Durchmesser des verwendeten
Schlauches ab (Prinzip Druckluftheber, Mammutpumpe).
Mit einer Membranpumpe mittlerer Leistung kann man etwa zwischen 50
und 300 Liter Wasser pro Stunde fördern.
Beispiel: Eine Pumpe mit ca 150 l/h Luft schafft bei einer Schlauchlänge
von 5 m, Schlauch- Innendurchmesser 15 mm aus 1.80 m Wassertiefe
und einer zusätzlichen Böschungs- und Filterhöhe von
90 cm rund 120 l/h Wasser.
Damit würde sich dieses Prinzip auch durchaus zur Speisung eines
schmalen Bachlaufes mit geringem Gefälle
eignen. Einen rauschenden Gebirgsbach kann man damit allerdings sicher
nicht betreiben.
Die Förderleistung läßt sich jedoch auch vervielfachen,
indem man einfach mehrere Saugrohre gleichzeitig verwendet.
Wer einen Brunnen besitzt, kann mit dieser Methode auch aus einem geschlossenen
System ein offenes machen, ähnlich einem natürlichen Gewässer
mit mäßigem Zu- und Ablauf.
Das vom Boden abgesaugte nährstoffreiche Wasser wird über
einen langen Schlauch zu den Gartenpflanzen geleitet. Aus dem Brunnen wird
der Teich wieder mit frischem Wasser aufgefüllt.
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