Untersuchungen in jüngster Zeit erbrachten sowohl für Österreich,
als in einigen Fällen auch für Mitteleuropa und in einem Fall
sogar für ganz Europa sensationelle Neufunde von Zieralgen.
Dies trifft besonders für Moorgebiete in Tirol zu. Im Sommer 1999
aus Schlenken, Moorlöchern und dergl. entnommene Proben enthielten
neben diversen Raritäten u.a. folgende Taxa:
Euastrum attenuatum WOLLE var. splendens
(FRITSCH
& RICH.) GRÖNBLAD
Als Euastrum splendens ursprünglich aus Afrika (Natal)
beschrieben, wurde es von GRÖNBLAD et. al. nach Funden aus
dem Sudan in den Status einer Varietät von
Euastrum attenuatum versetzt. Bislang sind Vorkommen
aus Nordamerika (Montana) und Südamerika (Patagonien, Feuerland) bekannt.
Für eine var. lithuanicum WOLOSZ. gibt es aus Europa
bisher nur einen unzuverlässigen Nachweis aus Polen (nur 1 Exemplar)
und dem europäischen Rußland. Somit kann dieser Fund als erster,
wirklich gesicherter Erstnachweis für Europa angesehen werden.
Staurastrum natator WEST
Alle bisherigen Funde stammen aus nördlichen Breiten (Finnland,
Alaska, Labrador, Arktis), während ein Vorkommen in Mitteleuropa bisher
nicht bekannt war.
Staurastrum arctiscon (EHR.) LUND.
Erstnachweis für Österreich aus der Verlandungszone eines
2500 m hoch gelegenen Bergsees im Gebiet der "Wilden Krimml" (Tirol, Zillertal).
Staurastrum sexangulare (BULNH.) LUNDELL var. sexangulare
Die bisher einzigen konkreten Fundangaben aus Mitteleuropa liegen mehr
als 70 Jahre zurück und stammen aus dem Hechtgebiet im norddeutschen
Flachland, in späteren Untersuchungen wurde es nicht mehr nachgewiesen.
Somit stellt der Fund dieser schönen Alge für Mitteleuropa eine
Besonderheit dar.
Staurastrum sexangulare var. crassum TURN.
Die Funde der Erstbeschreibung stammen aus Ostindien (TURNER
1892).
Es sind Vorkommen aus Nordeuropa (Finnland) bekannt, Fundmeldungen
aus Mitteleuropa lagen bislang nicht vor. Diese Varietät kommt bei
uns gemeinsam mit der Typusvarietät vor.
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