Neue Zieralgen-Arten in Österreich
Algenproben aus Altwässern der Donau (2001)
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Neueste Untersuchungen von Algenproben aus Altwässern der Donau erwiesen sich ,- sehr zur Überraschung des Autors,- in Bezug auf  das Vorkommen von Zieralgen als sehr reichhaltig.
Neben insgesamt 81 Taxa konnten auch 16 für Österreich neue Arten registriert werden.
Im einzelnen wurden aus folgenden Lokalitäten Proben entnommen:
1) Lobau: Glockenblumengasse, Binsenweg, Saltanstraße, Körberstraße, Dechantlacke.
2) Klosterneuburg: Teich bei der Martinskirche, Altarm beim Strandbad.
3) Grafenstein: Seerosenteich, Schottergrube.

Zum Sammeln der Proben wurde folgendes Verfahren angewendet: Vom Ufer aus wurden 
Sprosse von Wasserpflanzen entnommen, diese in ein etwa bis zur Hälfte mit Wasser gefülltes
Glas (259 ccm) gegeben und nach dessen Verschluß dieses mehrmals heftig geschüttelt.
Dadurch wurde der an den Pflanzen anhaftende Algenbelag mechanisch abgelöst. Das so
gewonnene Material wurde zur Konzentration zentrifugiert und mit Formalin konserviert.

Einige bemerkenswerte Funde:

Euastrum evolutum (Nordst.) WEST & WEST var. integriusWEST & WEST
Lit: KRIEGER 1932: T.88: 4-6, JACKSON 1971: T.37:13, PRESCOTT & al. 1977:
T. 79: 8-8b.
L.:40-41µm, B.: 26 µm, I.: 6 µm, D.: 13 µ, im Bereich der Mittelwarze 16-17 µm
Euastrum evolutum und deren Varietäten sind bisher nur aus Nord- und Südamerika und
Afrika bekannt. Um so bemerkenswerter und ungewöhnlicher ist der vorliegende Fund.
Eine Beurteilung als Neophyt ist zwar naheliegend, in Ermangelung zeitlich länger 
zurückliegender, vergleichbarer Untersuchungen aber nicht möglich. Die Tatsache, daß in
den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts einige noramerikanische Fischarten (Forellen
und Barsche) und in jüngster Zeit durch Aquarianer der Sonnenbarsch (Leponis gibbosus)
in Augewässern ausgesetzt wurden (Naturgeschichte Wiens, Bd. 2), könnte als eine mögliche
Erklärung für ein Vorkommen dieser Alge angesehen werden. Fest steht jedenfalls, daß es 
sich hier um den  ersten  gesicherten  Nachweis für Europa  handelt.


 
 



 
 

Cosmarium angulare JOHNSON.
Lit.: GRÖNBLAD 1921: S: 41, T.7: 42-44; KOUWETS 1991: S: 390, T.5: 4-5.
L.: 30 µm, B.: 26-28 µm, L.: 9-10 µm, D.: 15 µ.
Erstnachweis für Österreich




 
 

Cosmarium insigne SCHMIDLE
Lit.: DICK 1930: T.6:3-4; LAPORTE 1931: T. 11: 120; MESSIKOMMER 1938: T. 5: 66;
COESEL 1991: T. 10: 4-5
L.: 47-49 µm, B.: 34-38 µm, I.: 14-15 µm.
Erstnachweis für Österreich.


 



 
 

Staurastrum bibrachiatum REINSCH, emend. GRÖNBLAD & SCOTT
Lit.: PRESCOTT & al. 1982: T. 402 : 12; KRIEGER 1932: T. 15: 17, 18 
(als St. excavatum W. & W. var: planctonicum f. bibrachiatum KRIEGER)
Ls.: 11-12 µm, Lc.: 30-33 µm, B.: 30-40 µm, I.: 5 µm.
Erstnachweis für Österreich.
 
 



 
 

Staurastrum suchlandtianum MESSIKOMMER
Lit.: MESSIKOMMER 12942: T. 14: 10, T. 18: 4, MESSIKOMMER 1956: T. 2:33.
L.: 20 µm, B.: 28-30 µm, L.: 7-8 µm.
Die taxonomische Beurteilung dieses Taxons ist etwas problematisch: Einerseits besteht eine
vertretbare Übereinstimmung mit der St. suchlandtianum-Sippe, andererseits aber auch ein
Affinität zu St. bicoronatum JOHNSON.
Erstnachweis für Österreich.



 
 

Heimansia pusilla (HILSE) COES.
Lit.: COESEL 1994: T. 2: 1-8.
L.: 8-9 µm, B.: 9-10 µm, l.: 3 µm.
Erstnachweis für Österreich
 
 



 
 

Sphaerozosma vertebratum (BREB.) RALFS
Lit.: PRESCOTT & al.1983: T. 448: 6-9
L.: 12 µm, B.: 15-16 µ, I.: 2,5-3 µm.
Erstnachweis für Österreich.


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