| Amphibien sterben durch Stickstoffeintrag in die Laichgewässer
CORVALLIS / OREGON: Wissenschaftler an der Oregon State University fanden heraus, daß Stickstoffkonzentrationen in Gewässern, die laut EPA (Environmental Protection Agency) für Menschen und Fische als ungefährlich gelten, auf Amphibien katastrophale Auswirkungen haben. In einem Tank mit verhältnismäßig geringen Mengen von Nitrat und Nitrit wurden Kaulquappen eingesetzt. Diese reduzierten ihre Nahrungsaufnahme, schwammen nicht mehr so lebhaft, entwickelten Missbildungen und starben zum Teil. Eine in einem Kontrolltank mit sauberem Wasser eingesetzte Kontrollgruppe dagegen entwickelte sich völlig normal ohne daß eine einzige Kaulquappe verendete. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift "Environmental Toxicology and
Chemistry" veröffentlicht.
Zur gleichen Zeit untersuchten die Wissenschaftler ein Schutzgebiet, das von landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben war und stellten fest, daß 67 Prozent der Frösche Missbildungen aufwiesen Eine Messung der Nitratwerte zeigte, dass die Werte dort noch unter dem zulässigen EPA-Grenzwert lagen. Schon seit geraumer Zeit sind die Wissenschaftler dem weltweiten Amphibiensterben
auf der Spur. Besonders aufgefallen ist das weltweite Froschsterben. Viele
Arten sind bereits vom Aussterben bedroht. Die Ursachen sind sicherlich
vielfältig und durchaus nicht allein beim Eintrag von Stickstoffdünger
in die Umwelt zu suchen.
Diese Studie zeigt aber vor allem, daß in mit Fischen besetzten geschlossenen Systemen, zu denen nahezu alle Gartenteiche zu rechnen sind, Amphibienlaich und -larven nicht nur allein durch ihre Prädatoren bedroht sind, sondern vor allem auch durch die unvermeidbar hohe Nitratkonzentration. Unzählige Gartenteichbesitzer berichteten mir mehrfach vom plötzlichem Verschwinden aller Kaulquappen in jedem Jahr, was obige Annahme zu bestätigen scheint. Der Stickstoffkreislauf im Wasser (stark vereinfacht) Stickstoff kommt im Wasser in vielen Verbindungen anorganisch sowie
organisch als Ammonium, Nitrit und Nitrat vor. Angereichert werden die
organischen Stickstoffverbindungen in Gartenteichen
Während Ammonium von vielen Wasserpflanzen und Algen direkt aufgenommen
und verwertet wird, verwandelt es sich in alkalischen Gewässern (>
pH 7) in das für alle Organismen äußerst giftige Ammoniak.
(Grenzwert 0,25 mg/l)
Ammonium NH4 > Nitrit NO2 > Nitrat NO3Dieser Vorgang ist umkehrbar und tritt auch immer wieder bei verschlechterten Umweltbedingungen ein, meistens dann mit verheerenden Folgen für die Wasserbewohner. Denitrifizierende Bakterien entziehen bei Sauerstoffmagel dem Nitrat bzw. Nitrit den Sauerstoff und verwandeln sie zu Ammonium, der bei höheren pH-Werten wieder zum giftigen Ammoniak wird. Dieser Denitrifikationsvorgang geht nur sehr langsam vonstatten, weshalb der Einsatz eines Nitrat-Filters garnicht oder nur sehr bedingt tauglich ist, weil der Wasserdurchsatz viel zu schnell vor sich geht. Nitrat NO3 > Nitrit NO2 > Ammonium NH4 (Ammoniak)Hohe Nitratkonzentrationen entstehen nach einer gewissen Zeit in jedem Aquarium, aber auch in jedem mit Fischen besetzten Gartenteich. Jeder Aquarianer wird deshalb nach Erreichen einer Nitratkonzentration von 200 mg/l einen Teil (bis zu 50% oder darüber) des Wasser durch Frischwasser ersetzen, wodurch auch gleichzeitig alle anderen z.T. giftigen (z.B Schwefel-, Phosphor-) Verbindungen verdünnt werden. In Goldfischteichen entstehen, teilweise Nitratkonzentrationen die ein Vielfaches der für Fische zulässigen Menge von 200 mg/l überschreiten. Aus Unwissenheit wird ein regelmäßiger Wasserwechsel nie durchgeführt. In den dunklen und kalten Wintermonaten kann es dann bei Sauerstoffmangel, vor allem am Teichboden im Mulm, zur Denitrifikation kommen, wodurch die meisten Lebewesen auch bei minimiertem Stoffwechsel wenn nicht durch Sauerstoffmangel, dann an Vergiftung durch das sehr lange vorhaltende Nitrit sterben. Amphibienlarven und vielleicht auch andere Wasserbewohner, für die wesentlich geringere Nitratkonzentrationen bereits gefährlich sind, sterben bereits vorher, oder es entstehen Mißbildungen. Ammoniak Das giftige Ammoniak ist nur im alkalischen (> pH 7) Wasser beständig. In saurem Wasser bildet sich das ungiftige und von den meisten Pflanzen sofort verwertbare Ammonium. Aus der gemessenen Ammoniumkonzentration kann man, in Abhängigkeit vom pH-Wert die Menge des freien Ammoniaks ermitteln.
Beispiel: Wenn in einem Gewässer mit pH 10 ein Ammoniumgehalt
von 0.35 mg/l gemessen wird, sind 78 % davon = 0,27 mg/l
freies Ammoniak.
Grenzwerte Da sich Nitrat bei der Trinkwasseraufbereitung kaum aus dem Waser entfernen läßt, werden die zulässigen Nitrat-Grenzwerte für Grund- und Trinkwasser gleichgesetzt. Die zugelassenen Höchstgrenzwerte für Nitrat im Grundwasser/Trinkwasser sind in den jeweiligen Gewässerschutzverordnungen der Länder Festgelegt. Deutschland und Österreich Nitrat = 50 mg pro
Liter, (Nitrit = 0,1 mg pro Liter)
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Verschiedene Meßwerte
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