Grasfrosch-Journal 2002
Erster Frosch fünf Wochen früher als normal!
Die  langanhaltenden frühsommerlichen Temperaturen im Januar und Anfang Februar, an manchen Tagen bis über 15° C, erwärmten auch das Teichwasser überdurchschnittlich schnell.
Am 7. Februar wurden 7° C in 1,6 m Tiefe gemessen. Abends saß das erste Männchen im seichten Wasser am Teichrand und rief bereits zaghaft.
Am 9. u. 10. Februar war es stark windig und kein Frosch zu sehen.
Am 15. sank die Lufttemperatur in der Nacht auf -3.5°C, am Tag auf +4°C. 
Die Wasseroberfläche blieb gefroren,  unter dem Eis in ca. 10 cm Tiefe war das Wasser 3.2° C, in 1.6 m Tiefe 4.9° warm. Frösche waren keine zu sehen.
Bei Nachttemperaturen um -3° in den folgenden Tagen ist das Eis erst am 18. nach einem relativ warmen Regen aufgetaut, bildete sich jedoch nach den fast täglichen Nachtfrösten erneut. Die Wassertemperaturen sanken weiter und haben am 24. 02. an der Wasseroberfläche 1.8° C, in 1.6 m Tiefe 4.4°C erreicht. Das ist eine Temperatur, bei der die Froschlurche ihren Stoffwechsel  wieder reduzieren und auch auf Hautatmung umstellen.
Seit Anfang März wird es wieder wärmer. Die Frösche lassen sich, wie auch in den anderen Jahren, anfangs nur nachts sehen.
Ab 13. März sanken die Lufttemperaturen nachts bis nahe an den Gefrierpunkt.Die Wassertemperaturen sanken an der Wasseroberfläche auf unter 5°C,  in 1.6 m Tiefe betrugen sie 6.1°C. Die meisten Frösche hielten sich in der Tiefe auf.

Laichbeginn am 31. März 6.00 Uhr früh. Leider wurde er durch ein Katze gestört, und konnte erst fortgesetzt werden, nachdem ich sie vertrieben habe.

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Nachdem im vorigen Jahr endlich an allen städtischen Teichen das Füttern der sich explosionsartig vermehrenden Mischlingsenten bei Strafe verboten wurde, hat sich ihre Anzahl deutlich verringert. 
Ein einziges Pärchen, das zweimal in den Teich eingefallen ist, konnte erfolgreich vertrieben werden, sodaß in diesem Jahr endlich einmal keine Verluste mehr durch die Mischlingsenten zu beklagen waren.

 

          Datum    Temperatur    Anzahl Frösche        Frühjahr  2002
Datum Luft °C Wasser°C Anz. Bemerkungen
07.Febr.
9,0..11,0
6,8
1
 zaghaftes Rufen
08.Febr.
8,6..10,4
6,6
1
leichter Regen
09.Febr. 10,0.12,8 7,8 0 erstes Teichmolchweibchen im Wasser
11.Febr. 8,9..12,1 9,2 4 erstes Teichmolchmännchen im Wasserkleid,
tagsüber starker warmer Regen, 37  l  in 10 Stunden
12.Febr. 7,1..11,2 7,4 2 wolkenlos
13.Febr. 4,0..10,2 5,7 4 alle 4 auffallend farblos dunkelgrau, kein Rufen
14.Febr. -1,0...5,4 3,5 0 dünne Eisschicht auf dem Wasser
15.Febr. -3,5..4,0 3,2 0 Die Wasseroberfläche blieb auch an den folgenden gefroren.
19.Febr. 0,5...4,7 2,4 0 Eisoberfläche nach Regen am 18. aufgetaut, jedoch nach Nachtfrösten immer wieder zugefroren.
04.März 7,2..10,0 5,6 4 Seit einigen Tagen langsame Erwärmung. 2  Molche.
05.März 6,2..11,2 5,6 8 Noch kein Rufen
06.März 5,2..10,5 6,2 8 Regnerisch, lebhaftes Gurren.
07.März 6,2..11,2 5,4 8 starker Wind, zaghafte Paarungsrufe
08.März 4,8..13,2 6,1 0 Eine Katze hat alle Frösche verscheucht.
09.März 5,8..13,0 6,2 8 stürmischer Wind
10.März 4,7..10,6 6,0 8 ..
11.März 6,9..14,5 6,3 19 kein Rufen, noch keine Weibchen
12.März 4,6..15,2 7,2 ? Zwei Katzen haben alle Frösche verscheucht.
13.März 0,8...9,2 5,2 10 davon 1 Pärchen. 
14.März 0,6...9,8 4,9 7 starker, eiskalter Wind
15.März 1,5..5,8 4,2 6 ..
16.März 4,4..14,2 5,2 11 Die meisten halten sich unter Wasser auf
17.März 4,8..14,9 6,2 19 davon 2 Pärchen, aber noch keine Hochzeitsstimmung
18.März 8,4..14,9 7,0 21 davon 3 Pärchen, lebhafte Balzrufe
19.März 5,2..9,8 6,2 ? sehr scheu und fast alle untergetaucht...
20.März 4,4..9,8 5,8 ? wie gestern
21.März 4,2..10,8 5,9 14 davon 3 Pärchen, sehr scheu, zaghaftes Rufen
22.März 3,2..11,2 5,3 ? 3 Pärchen unter Wasser
23.März 0,5..11,2 5,9 12 davon 4 Pärchen
24.März 0,8..10,2 5,2 ? die meisten halten sich unter Wasser auf
25.März -1,0..10,2 4,8 ? Bodenfrost, einige unter Wasser
26.März -2,5..10,9 4,2 13 davon 3 Pärchen
27.März -0,8..11,5 4,4 11 davon 1 Pärchen
28.März  -1,2..9,8 4,8 7 1 Molchmännchen in Wassertracht
29.März 1,8..18,6 6,2 16 davon 2 Pärchen (s.Bild 1)
30.März 2,0..16,9 7,1 18 davon 3 Pärchen
31.März 6,6..8,0 6,0 21 6.00 Uhr Laichbeginn
31.März 6,6..18,9 8,9 27 bis abends 2 große und 1 kleiner Laichballen
Der kleine Laichballen mit vielen unbefruchteten Eiern  (s. Bild 3a unten )
01.Apr. 5,2..14,2 7,2 ? kein neuer Laich dazu gekommen
Wegen einer unvorhergesehenen,  gesundheitlichen Beeinträchtigung mußte die aktuelle Berichterstattung für 12 Tage ausgesetzt werden 
13. Apr. 6,5..14,6 7,8 ? Alle Larven sind geschlüpft und halten sich auf den Gallertballen auf  (s.Bild 5)
15. Apr. 7,2..14,5 7,2 6 Männchen über den ganzen  Teich verteilt und gurren leise bei strömendem Regen. 
22.Apr. 8,9..19,2 12,3 ? Die  Larven sind fast 2 cm lang und verteilen sich langsam über den ganzen Teich
25.Apr. 8,9..18,8 12,1 ? Alle Kaulquappen sind vom Teichrand verschwunden
Übriggeblieben nur noch der Laichballen mit den unbefruchteten Eiern (s.Bild 3b unten)
Weiterentwicklung der Kaulquappen   bis zu den fertigen Fröschen in Bildern.
 
...
Bild 1.

Ein Pärchen am 29. März 2002 
um 23.30 Uhr in ca. 20 cm Tiefe.

Das Weibchen ist ungewöhnlich 
hell orange-gelb und sehr groß.
Es könnte dasselbe Weibchen sein, das ich schon seit 1999 beobachtet habe, doch es ist inzwischen noch größer geworden.
 

 

Bild 2
Am 31. März 2002 früh um 
6.00 Uhr begann die Eiablage.
Die Lufttemperatur betrug 8 °C,
die Wassertemperatur 6,0°C,  und stieg bis 12.00 Uhr auf 6,4°C.

Bis 12.00 waren es 3 Laichballen.

Leider sind die Männchen seit Bestehen des Teiches stark in der Überzahl. Eindeutig feststellen konnte ich nur 4 Weibchen gegen- über 23 Männchen.

Bild 3a (links)
Laichballen mit vielen unbefruchteten Eiern (weiß).

Bild 3b (rechts)
Laichballen mit unbefruchteten Eiern (weiß). Die anderen  sind verpilzt, sodaß  sich die Larven nicht entwickeln konnten.

Bild 4
Dieses einarmige Männchen habe ich  seit 1997 in jeder Laichsaison beobachtet. 
Das beweist, daß Frösche selbst mit einer derartig starken Behinderung durchaus Überlebenschancen über viele Jahre haben können.
Nachdem ihm der linke Arm fehlt, kann er sich natürlich nicht an einem Weibchen fest- klammern, was ihn jedoch nicht hindert, zusammen mit den anderen Männchen sich wie toll aufzuführen.
 

Bild 5.
Trotz der anhaltend relativ tiefen Temperaturen, sind wie im vorigen Jahr fast alle Kaulquappen 12 Tage nach der Eiablage geschlüpft, halten sich aber dicht aneinander gedrängt auf den leeren Gallertballen dicht unter der Wasser- oberfläche auf, gut geschützt gegen Freßfeinde von unten, die durch die dicke Gallertmasse nicht an die noch recht unbe- weglichen  Larven herankom- men können.
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Grasfrosch-Männchen, Lautäußerungen - Video-Clip ......
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