Kaulquappe - Frosch
Die Entwicklung der Kaulquappe zum Grasfrosch, Rana temporaria.
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Achtung! Alle einheimischen Amphibien unterliegen dem Artenschutz.
 Eine Entnahme von Laich oder Kaulquappen aus natürlichen und künstlichen Gewässern,  also auch Gartenteichen ist verboten! 

Für den Fall, dass trotzdem Kaulquappen aus einem Gewässer entnommen wurden und eine künstliche Aufzucht nicht zu vermeiden ist, hier eine 
NOTFALL-Anleitung zur Kaulquappenaufzucht  (PDF)
des Naturfreundes Alex in   <  kaulquappe.de

Nachdem in den vergangenen Jahren immer der gesamte Laich einschließlich der bereits geschlüpften Kaulquappen  von mehreren Stadtentenpaaren  gefressen wurde, hatte ich im Herbst 1998 ein geräumiges Kaltwasseraquarium in einem hellen, ungeheizten Raum,  mit vielen Pflanzen eingerichtet, in der Absicht, wenigsten einige der Kaulquappen zu retten. Obwohl auch in diesem Jahr wiederum der gesamte Laich, samt der frisch geschlüpften Kaulquappen vernichtet wurde,  gelang es mir doch 14 der noch übriggebliebenen  frisch geschlüpften Larven  vor dem nächsten Entenangriff zu retten und  konnte so auch deren Entwicklung beobachten.
Anmerkung: Die Kaulquappen hatten sich bei reichlichem Futterangebot und gleichmäßigen Temperaturen um 16° C  fast doppelt so schnell entwickelt wie die vier oder fünf der übriggebliebenen in dem wesentlich kälteren Teichwasser das zwischen 
8° und 11° C schwankte.


 
Kaulquappe nach 17 Tagen Kaulquappe nach 29 Tagen
Siebzehn Tage nach dem Schlüpfen, sieben 
Tage nach Verlassen der Gallertmasse 
haben sich die Kaulquappen im ganzen Teich verteilt. 
Neunundzwanzig Tage nach dem Schlüpfen 
sind die Kaulquappen bereits über 2 cm lang 
und halten sich, wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist, vorwiegend im tieferen 
Wasser auf
Kaulquappe nach 37 Tagen Nach 39 Tagen - Hinterbeine
Nach 37 Tagen sind die Kaulquappen über
3 cm lang und die ersten Anzeichen für die
Bildung der Hinterbeinchen deuten sich an.
Bereits zwei Tage später sind die etwa 
5 mm langen Hinterbeine über dem 
Kotwürstchen deutlich zu erkennen.
Hinterbeine deutlich sichtbar nach 47 Tagen
Die Kaulquappe ist fast 35 mm, die Hinterbeine sind ca. 5 mm lang. Die Beine sind an den Schwanz angelegt und werden noch 
nicht bewegt
Nach 47 Tagen erkennt man deutlich, daß sich nicht alle Kaulquappen gleich entwickelt haben. Die gut entwickelten sind zwar auch nicht mehr gewachsen, aber es gibt einige, die kaum halb
so groß geworden sind.
nach 47 Tagen,  erste Vorderbeine 49 Tage
Bei einigen sind deutliche Ansätze für die Vorderbeine vorhanden (rote Pfeile), die linke Kaulquappe besitzt bereits ein Vorderbein (schwarzer Pfeil). Nach 49 Tagen sind bei den meisten
Kaulquappen alle vier Beine vorhanden.
Der Schwanz hat noch seine volle Länge.
52 Tage 52 Tage - 2
Nach 52 Tagen vollzieht sich die Umwandlung
von der Kaulquappe zum Frosch in einem 
rasanten Tempo bei den gut entwickelten Tieren.
Innerhalb weniger Stunden wird der Schwanz zurückgebildet. Der vorher mollige Körper
nimmt die Konturen eines Frosches an.
Umstellung auf Lungenatmung Fröschlein an Land
Die Kiemenatmung wird auf Lungenatmung umgestellt, eine neue Erfahrung für die jungen Frösche, die im Wasser verzweifelt nach
Luft schnappen.


Nur wenige Stundenspäter haben sie begriffen, 
daß sie jetzt ohne Gefahr das Wasser verlassen 
können. Es ist erstaunlich, aus der 3,5 cm großen Kaulquappe ist ein niedlicher, knapp 1 cm 
großer Frosch geworden.

 
...
Der Jungfrosch wird bis in den späten Herbst unzählige Mücken und andere kleine Insekten vertilgen und bis zu einer Größe von zwei bis drei Zentimeter heranwachsen. Den ersten und zweiten Winter wird er nicht im Teich verbringen, sondern wird sich einen feuchten und frostfreien Platz für die Winterruhe aussuchen, was in einem besiedelten Gebiet sehr, sehr schwer wird. Dabei kann er sich durchaus einige hundert Meter von seinem Geburtsgewässer entfernen. 
Wenn er im dritten Jahr nicht zufällig ein neues Gewässer, sprich neu angelegten Gartenteich,  gefunden hat, wird er in seinem Geburtsteich am Hochzeitsgeschehen teilnehmen und alles daran setzen, sich fortzupflanzen. 
In den letzten Jahren habe ich wiederholt beobachtet, daß etliche Jungfrösche den Winter nun auch in meinem Teich überwintert haben.

 
Alles über den Grasfrosch
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