Tote Frösche im Gartenteich.
Warum fast jedes Frühjahr viele Frösche in Gartenteichen sterben müssen.
"Wieder etliche tote Frösche im Gartenteich", stellen viele Gartenteichbesitzer fast in jedem Frühjahr fest, wenn die Temperaturen steigen und die Eisflächen auf den Gartenteichen zu schmelzen beginnen. 
Jedesmal beginnt dann das Rätselraten, denn das Wasser ist doch so klar und die vielen Goldfische sind auch putzmunter.

Die Überwinterung unserer einheimischen Lurche.

Kröten, Unken, Frösche sowie Salamander und einige Molcharten überwintern normalerweise an Land und suchen Unterschlupf  in geschützten, frostfreien, meist feuchten Orten oder graben sich in den weichen Boden ein.

Vorwiegend adulte Exemplare verschiedener Frosch- und Schwanzlurcharten aber  überwintern auch im Wasser, normalerweise auf dem Grund des Laichgewässers.
Sie besitzen die Fähigkeit bei tiefen Wassertemperaturen unter ca. 5°C ihren Stoffwechsel so stark zu reduzieren, dass die geringere Menge an Sauerstoff  durch die Haut aufgenommen werden kann. 
Die Aktivität schränken diese Lurche dabei so stark ein, dass früher eine Kältestarre angenommen wurde. Es scheint sich dabei aber nicht um eine Starre, sondern um einen absoluten Ruhezustand zu handeln.  In diesem Zustand dürfen die Tiere nicht gestört werden, da eine auch nur gering erhöhte Aktivität sofort wieder den Stoffwechel beschleunigt und die normale Lungenatmung einsetzt. 
Bei eisbedeckter Wasseroberfläche müssen die Lurche dann ersticken.

Das kann jedoch verhindert werden, wenn ein kleiner Teil der Wasseroberfläche durch eine geeignete Maßnahme den gesamten Winter über eisfrei gehalten wird.

Am meisten gefährdet sind Lurche, die in relativ kleinen Gartenteichen zusammen mit Fischen überwintern müssen. Die Lurche werden von den aktiveren Fischen  immer wieder aus dem Ruhezustand aufgeschreckt.

Der absolute Ruhezustand hängt jedoch nicht allein von den niedrigen Wassertemperaturen ab, sondern mit Sicherheit auch von der Jahreszeit, was jahrelange Beobachtungen bestätigen.
So waren die Grasfrösche in meinem Teich  nach dem langen Winter 2006 bereits in der zweiten Märzhälfte aktiv, unter der Eisdecke und bei Wassertemperaturen weit unter 5°C, siehe Frosch-Journal 2006.

Wenn sich der Winter bis spät in den März hinauszieht, sind also auch durchaus fischlose, naturnahe Gartenteiche oder andere Kleingewässer vor allem für Grasfrösche und Teichmolche eine Gefahr. Wie oben erwähnt, können die Lurche nämlich trotz niedriger Wassertemperaturen bereits ab Anfang März aktiv werden und müssen dann unbedingt an der Wasseroberfläche Luft holen. Deshalb sollte ein Teil der Wasseroberfläche nach Möglichkeit auch bis in den März hinein eisfrei gehalten werden.
 

Einheimische Frosch- und Schwanzlurche, die im Wasser überwintern.

Grasfrosch, Rana temporaria.
Die Grasfrösche haben vermutlich früher vorwiegend in Fließgewässern überwintert, in denen die Wasseroberfläche auch in strengeren Wintern nicht vollständig zugefroren ist.
Jetzt überwintert zumindest eine größere Anzahl adulter Tiere in stehenden Kleingewässern, also auch in Gartenteichen.

Seefrosch, Rana ridibunda.
Die erst im 1800 Jahrhundert entdeckten Seefrösche überwintern vorwiegend in Stillgewässern, wie Seen, Teichen, Weihern, evtl.  auch Gartenteichen.

Moorfrosch, Rana arvalis
Immer nur Teile einer Population von Springfröschen überwintern in Gewässern, oft zusammen mit Grasfröschen.

Teichfrosch, Rana esculenta.
Ebenfalls nur eine kleinere Anzahl aller Teichfrösche überwintert in Gewässern. Doch bei ihnen wurde eine Besonderheit festgestellt. Sie besitzen ein Antigefriermittel, das  ihnen erlaubt auch eine kürzere Zeit (1 bis 3 Tage?) im gefrorenen Zustand zu überleben.



Teichmolch, Triturus vulgaris
Eine größere Anzahl von Teichmolchen scheint regelmäßig in den Laichgewässern zu überwintern.

Kammolch, Triturus cristatus.
Wie die Teichmolche überwintert regelmäßig eine größere Anzahl von Kammolchen im Wasser.

Fadenmolch, Triturus helveticus.
Vom Fadenmolch ist bekannt, daß Teile einer Population im Wasser überwintern. Oft sind auch überwinternde Molchlarven  beobachtet worden. Neotene Larven schienen allerdings die Ausnahme zu sein. 

Quelle: Rainer Günther (Kröten, Unken,  Salamander, 
                                         R. ridibunda, R. arvalis, R. esculenta, T. cristalis, T. helveticus)

Inhaltsverzeichnis
Der Grasfrosch
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