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| Name
Der Name Grasfrosch deutet darauf hin, daß er sich gern in Wiesen und auf Weiden aufhält. Weitere deutsche Namen sind: Brauner Grasfrosch oder Stummer Frosch, vermutlich da seine Paarungsrufe gegenüber anderen Fröschen sehr leise sind. Märzfrosch wird er genannt, weil er eigentlich nur im März in Tümpeln, Weihern und Teichen auffällt. Den Namen Bachfrosch erhielt er in Gegenden mit vielen Fließgewässern, deren Fließgeschwindigkeit so groß ist, daß sie auch in strengen Wintern nicht zufrieren und somit für die Überwinterung des Grasfrosches besonders gut geeignet sind. |
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| Färbung und Geschlechtsunterschiede | |
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Der Grasfrosch ist ähnlich wie sein naher Verwandter, der Moorfrosch
Rana arvalis, sehr variabel gefärbt.
Rücken und Kopf können einfarbig grau, graugrün, graubraun, rotbraun bis ocker und hellgrau gefärbt sein. Die helleren Varianten haben dann meistens zusätzlich eine mehr oder weniger ausgeprägte braune bis schwarze, sehr unregelmäßige Fleckenzeichnung. Kehle und Bauch sind immer heller, meist weißlich, aber auch gelblich bis orange. |
| Die Weibchen sind für gewöhnlich größer als die
Männchen. Im Frühjahr zur Laichzeit (in der Regel im März
und April) haben sie kleine Höcker auf den Ober- und Unterschenkeln,
den Seiten und am hinteren Rückenteil. Die Bauchseite ist häufig
gelblich mit einem bräunlichen oder rötlichen Netzmuster.
Die Kehlen der Männchen sind manchmal während der Paarungszeit bläulich gefärbt. |
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| Vorkommen und Lebensraum |
| Der Grasfrosch kommt im ganzen nördlichen Mitteleuropa einschließlich Skandinavien bis zum Nordkap vor. Seine Art ist noch nicht vom Aussterben gefährdet, wenn auch die Populationen in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen sind. Der Mittelmeerraum ist weitgehend von der Besiedelung ausgeschlossen. |
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Als Laichgewässer werden alle stehenden, aber auch Fließgewässer
angenommen. Größe und Tiefe der Gewässer spielen dabei
keine Rolle.
Regelmäßig kann sogar das Ablaichen in kleinsten Goldfischteichen beobachtet werden, wenn auch da, genau wie in den meisten Fischzuchtteichen die Kaulquappen keinerlei Entwicklungschancen haben. Abgelaicht wird in Flachwasser- oder stark verkrauteten Zonen, die sich gegenüber den Freiwasserzonen stärker erwärmen. |
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Ob Grasfrösche ausschließlich nur dasselbe Laichgewässer
aufsuchen, in dem sie aufgewachsen sind, ist nicht bewiesen und darf bezweifelt
werden. Die Besiedelung eines neu angelegten Teiches wäre dann wohl
auch kaum möglich, passiert aber immer wieder, auch wenn es bei manchen,
neu angelegten Teichen aus unerklärlichen manchmal mehrere Jahre dauert.
Bild links: Zwei Tage alter Laich von Grasfröschen. |
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Nach dem Ablaichen halten sich die Männchen noch einige Zeit im Wasser oder in der Nähe der Laichgewässer auf. Danach bevorzugen sie tagsüber dichte Grasvegetation oder stark verkrautete Wiesen, die bei ihrer Jagd nach Insekten genügend Deckung aber auch Schutz vor Sonneneinstrahlung und Austrocknung bieten. In kühlen Nächten, jedoch auch bei sehr trockenen Wetterperioden suchen sie oftmals wieder die Gewässer auf. |
| Überwinterung |
| Die meisten erwachsenen Grasfrösche überwintern in stehenden
oder fließenden Gewässern. Oftmals ist das Laichgewässer
gleichzeitig auch das Winterdomizil. Die Tiere halten sich vorwiegend am
Teichgrund auf, kommen aber ab und zu zum Luftholen an die Wasseroberfläche.
In kleinen Tümpeln und Gartenteichen, in denen submerse (unter Wasser
wachsende), sauerstoffspendende Pflanzen fehlen, kann es bei zugefrorener
Wasseroberfläche und zu vielen Wintergästen zum Erstickungstod
von vielen Tieren kommen. Bevorzugt werden deshalb von den Fröschen
Fließgewässer, soweit vorhanden, deren Fließgeschwindigkeit
so hoch ist, daß sie nicht zufrieren können.
Wenn die Wassertemperatur am Teichgrund unter 4°C sinkt, reduzieren
die Tiere ihren Stoffwechsel und Herzschlag und fallen in einen Zustand
fast völliger Bewegungslosigkeit. Bisher hatte man geglaubt, daß
Grasfrösche und Teichfrösche in eine Art Kältestarre fallen,
in der sie bis zum Frühjahr verharren. Nach neuen Erkenntnissen ist
dem jedoch nicht so. Sobald die Temperaturen über 4°C ansteigen,
werden die Tiere wieder aktiv und nehmen Ortswechsel vor.
In Teichen, in denen Frösche überwintern, sollten genügend
Unterwasserpflanzen wachsen, die bei Licht Sauerstoff an das Wasser abgeben.
Zusätzlich kann man noch einen Eisfreihalter einsetzen. Günstiger
ist es jedoch, wenn man einen kleinen Teil der Wasseroberfläche durch
Wasserbewegung
Jungtiere scheinen für die Überwinterung frostsichere Stellen an Land zu bevorzugen. Es werden feuchte Kellerräume in alten Gebäuden, tiefe Erdlöcher, Gewächshäuser, Bergwerksstollen oder Höhlungen unter Baumwurzeln aufgesucht. Die Jungtiere scheinen dabei nie in einen starreähnlichen Zustand zu verfallen. In dem relativ strengen Winter 1996/97 mit viele Tage anhaltenden Temperaturen
unter -15°C waren in Norddeutschland viele kleine Gartenteiche
bis zum Grund durchgefroren, sodass nahezu alle Grasfrösche darin
erstickt sind.
1998 waren es dann immerhin schon 16 Exemplare, die drei Laichballen hinterlassen haben, die leider von eingeflogenen Stadtenten (Kreuzungen von Haus- Stock- und anderen Enten ) vollständig aufgefressen wurden. 1999 tummelten sich fast dreißig Frösche im flachen Teil
des Teiches. Neun, allerdings nicht sehr große Laichballen mit schätzungsweise
je 200 bis 600 Eiern waren das Ergebnis.
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| Feinde |
| Die natürlichen Feinde der erwachsenen und halbwüchsigen
Grasfrösche sind Störche, Reiher, manchmal auch Gänse und
Enten. In besiedelten Gebieten werden sie auch gern von Katzen gejagt,
aber selten gefressen.
Der größte Feind ist der Mensch. In ländlichen Gebieten
wurde immer mehr feuchtes und und deshalb ungenutztes Land trocken gelegt
und in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt und somit den Fröschen
der Lebensraum genommen. In Agrarlandschaften werden durch intensive mechanische
Bearbeitung der Böden und Einsatz von Pestiziden die Populationen
dezimiert. Fehlende, trockengelegte oder verschmutzte Laichgewässer
verhindern die Vermehrung. In vielen großen Fischzuchtteichen wird
der Grasfrosch infolge veralteter Ansichten aus völlig unerklärlichen
Gründen immer noch als Feind bekämpft. Durch Ablassen der Teiche
und Kalkung der Teichböden und des Laiches wird vielerorts versucht
die Grasfrösche systematisch auszurotten.
Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass von Gartenbeitzern gern
gegen Unkraut verwendete Herbizide für Frösche schädlich
sind. Das weltweit am meisten genutzte Herbizid Atrazin macht Froschmännchen
zu Zwittern. (Die Anwendung ist in Deutschlend bereits seit über 10
Jahren verboten!)
Die kleinen Jungfrösche werden in Gärten oft durch Rasenmäher
getötet, sehr viele werden von Amseln gefressen oder an ihre Jungen
verfüttert.
In mit exotischen Zierfischen besetzten kleinen Gartenteichen haben
die Kaulquappen überhaupt keine Chancen. Aber auch einheimische Fische,
allen voran die beiden Stichlingsarten verhindern radikal in den normalerweise
kleinen Gartenteichen jegliche Fortpflanzung. Durch Überdüngung
des Wassers durch die Exkremente der Fische und die ständig wachsende
Nitratkonzentration
werden die Larven abgetötet oder mißgebildet. In sauber aufgeräumten
Gartenteichen herrscht oftmals Futtermangel, da sich Kaulquappen nur von
kleinen Futterpartikeln, vorzugsweise Algen und Detrtitus ernähren
können.
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