Über den Teich


1988 wurde ein ca. 15 qm großer naturnaher Gartenteich im hinteren Teil (hinter dem Steg) dieses Gartens angelegt. Im Zuge einer radikalen Gartenumgestaltung wurde er erheblich vergrößert. 
Die Teichgrube, 14 m lang, bis zu 7 m breit und an der tiefsten Stelle ca. 2 m tief  wurde im Herbst 1995 mit einer 1,5 mm starken, grünen Teichfolie ausgelegt. Die terassenartigen Stufen und der Boden wurden mit ca 20 cm Magersand bedeckt. Das erste Wasser wurde aus einem 11 m tiefen Brunnen gepumpt.
Wasserqualität (gemessen mit MERCK Wasserlabor für die Aquaristik und Teichwirtschaft,
Nr 11102):
Temperatur:      11 °C                   Ammonium:        8,5 mg/l
Gesamthärte:      7 d°                    Nitrit:                  0,1 mg/l
Carbonathärte:    0 d°                    Nitrat:                24 mg/l
ph-Wert:             5,0                      Braunfärbung durch Eisen
Das war kein besonders gesundes Wasser, doch bis zum Frühjahr 1996 waren die Werte von Ammonium, Nitrit und Nitrat auf nahezu 0 gesunken, der Geruch war angenehm.
Ein Feuchtbiotop in einem Garten, in einem dichbesiedelten Wohngebiet zu errichten, war natürlich wegen der fehlenden Naturlandschaft nicht möglich. Nachdem jedoch auch in Norddeutschland die Anzahl der intakten Feuchtbiotope dramatisch abgenommen hatte,  sollte unser Teich einen möglichst naturnahen Charakter erhalten, der selbstverständlich auch der hiesigen Landschaft - Sandboden oder Moor - entsprechen musste. Deshalb wurde bei der Einrichtung darauf geachtet, dass keine landschaftsfremden Bestandteile den Charakter verfremdeten,  wie z.B. die beliebten und sehr dekorativen Steine und Kiesel am Uferrand, mit denen man die Folie auf einfachste Weise kaschieren kann. Dafür wurden einige bizarre Baumwurzeln aus einem nahen Torfstich am Ufer platziert und als Versteck und Unterschlupf für Tiere im Teich versenkt. Das, in den ersten zwei Jahren blanke Sandufer wurde dadurch auch leidlich gegen Wellenschlag und starken Regen geschützt. Doch bereits im dritten Jahr war es mit mindestens 10 Arten Moosen, die sich selbst angesiedelt hatten, so stark bewachsen, dass das Ufer sogar trittfest war.
Anderer, bei Gartenteichbesitzern sehr beliebter Zierrat wie Enten aus Ton, Gartenzwerge, Plastik-Reiher und Springbrunnen verboten sich von selbst. Selbstverständlich haben auch weder exotische Fische, noch die oft empfohlenen einheimischen Fische, deren natürliche Lebensräume unbekannterweise auschließlich mehr oder weniger schnellfließende Flüsse oder Seen mit Durchfluß sind, in einem Kleingewässer ohne kontinuierlichem Wasseraustausch und mit gerade einmal 60 qm Wasseroberfläche nichts zu suchen. Das einzige Zugeständnis war, vor allem wegen der Länge des Gewässers, ein Steg in etwa der Mitte des Teiches, von dem aus man die Teichbewohner gut beobachten, Wasserproben entnehmen und die Temperatur messen kann.

Die Bepflanzung war problematisch, denn die in den Wasserpflanzengärtnereien angebotenen Pflanzen sind fast ausschließlich Hybriden,  die in relativ warmen Gewächshäusern speziell für kleine Gartenteiche und Kunststoffbecken gezüchtet werden und oftmals den ersten Winter nicht überleben. Bei der Auswahl der Pflanzen mussten daher einige Kompromisse geschlossen werden. Im Laufe der Jahre werden sich einige Arten akklimatisiert haben, andere werden, da sie sich nicht an die gegebenen Verhältnisse anpassen können wieder verschwinden.
Es wird in jedem Falle versucht, eine möglichst große Artenvielfalt zu kultivieren und auch zu erhalten. Bei einem Teich, der so groß ist, daß man ihn vom Wasser aus pflegen muß, müsste das gelingen.

Nachdem bereits 1998 festgestellt wurde, dass sich die Artenvielfalt an aquatischen Kleinlebewesen, vor allem Libellen, von Jahr zu Jahr rapid verringerte, habe ich Anfang 1999 begonnen, alle beobachteten Arten zu dokumentieren.

Beschrieben werden in den einzelnen Kapiteln nur Pflanzen und Tiere, die sich seit mindestens einem Jahr gehalten und auch vermehrt haben.

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