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Wenn du in einer Suchmaschine einmal den Suchbegriff <Milben>
eingibst,
erhältst du unglaublich viele Treffer für Websites die von Milben
handeln. In fast allen geht es entweder um die Hausstaubmilben
die Allergien auslösen können, um Parasiten auf Pelztieren, Milben,
die sich an Speisevorräten gütlich tun oder irgend einen anderen
Schaden anrichten, kurz gesagt:
"um ungeliebte Schädlinge".
Doch unter den über 10000 bekannten Arten gibt es auch unschädliche,
die sich zwar auch von irgendetwas ernähren müssen, aber nie
in sehr großen Stückzahlen auftreten und auch sonst keine Schäden
anrichten. Deshalb wollen wir hier einmal ganz ohne Vorurteile an
diese äußerst interessante Tierordnung herangehen.
Die kleinsten Milben sind gerade einmal 0,08 mm, die größten
ca. 3 mm lang. So wie sie sich in ihrem Habitus (Körperform) unterscheiden,
so unterschiedlich sind auch ihre Lebensweisen. Es gibt Fleisch- Aas-,
Pflanzen-, Abfallfresser, aber auch eine große Anzahl von Parasiten.
Da einige Milbenarten als Krankheitserreger oder Überträger
von Krankheiten - z.B. die Zecken - andere als Pflanzenparasiten oder Material-
und Vorratsschädlinge eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung haben,
ist die Milbenkunde (Acarologie) zu einer selbständigen Forschungsrichtung
innerhalb der Spinnentierkunde (Arachnologie) geworden.
Das Finden von Milben, aber auch die Bestimmung der meisten Arten
ist wegen ihrer Kleinheit nicht einfach. Die meisten können normalerweise
nur mit Hilfe eines Mikroskopes bestimmt werden.
Doch mit einer guten Lupe läßt sich leicht feststellen,
ob es sich um eine Milbe, ein anderes Spinnentier oder um ein Insekt handelt.
Hier wird - nur als Beispiel für alle anderen Arten - eine nicht
näher bestimmte Milbe gezeigt. |
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Auf einer relativ kleinen, sterbenden Hummel wurde diese, sich sehr
schnell bewegende Milbe gefunden.
Sie hat sich immer wieder unterhalb der Mundwerlzeuge versteckt,
ganz gleich wie oft ich auch versucht habe, sie heraus zu holen.
Die Hummel selbst hat sich nicht verteidigt und da sie bereits stark
géschwächt war, ist sie dann auch bald gestorben, und die Milbe
hat sich von ihr entfernt.
Unter dem Mikroskop konnte nun die Milbe genauer untersucht und vermessen
werden.
Der Körper ist oval, 1 mm lang und 0,6 mm breit. |
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Wie alle erwachsenen Milben hat sie 4 Laufbein- paare. Das vorderste,
sowie das hinterste
sind länger als die beiden mittleren.
Die Beine des vordersten Laufbeinpaares sind
0,8, die des letzten 1,3 mm lang.
Da eine Fortbewegung über längere Distanzen für so
kleine Tiere nicht sehr erfolgreich ist, lassen sich die meisten Milben
transportieren.
Besonders kleine Milben lassen sich vom Wind wegtragen, größere
von Tieren wie Vögel, Käfer, Hautflügler, Ohrwürmer,
Asseln und andere.
Manche haben dafür sogar sehr interessante, spezielle Einrichtungen
zum Anheften entwickelt. |
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Bei anderen sind die vier Laufbeine mit verschieden langen Haaren,
Borsten, Fortsätzen, Krallen oder Haftlappen ausgestattet.
Die Beine unserer, nicht näher bestimmten Milbe sind stark behaart
und zum Beispiel gut geeignet zum Festklammern im dichten Haarpelz von
Hummeln oder Bienen.
Hier sieht man das Mittelstück des vorderen linken und das Endstück
des 2. Beines. |
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Die meisten Milben besitzen keine Augen.
Etliche können aber trotzdem Hell und Dunkel unterscheiden,
vermutlich durch einfache Lichtsensoren auf der Körperoberfläche.
Die Mundwerkzeuge der Milben sind weitgehend der Ernährung der
entsprechenden Art angepasst.
So unterschiedlich wie die Lebensweisen, so unterschiedlich sind
auch die Mundwerkzeuge gestaltet.
Die Mundwerkzeuge unserer Milbe sind sehr kräftig ausgebildet
und rund 0,35 mm lang.
Sie bestehen aus den beiden, wie Greifwerkzeuge |
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gebrauchten Chelizeren (in der Mitte)
und den
beiden äußeren Kiefertastern, die wie bei den Spinnen
auch Pedipalpen genannt werden.
Die Chelizeren können bei Milben ein- bis dreigliedrig sein,
wobei die letzten Glieder manchmal zu Zangen mit Zähnen ausgebildet
sind, (Vergrößerung links) mit denen die Milben ihre Nahrung
zerkleinern.
Bei anderen Arten sind die letzten Glieder zu stilettförmigen
Spitzen ausgebildet, mit denen die Beute angestochen und wie bei den Spinnen
außen vorverdaut und dann ausgesogen wird. |
| Wie bereits oben berichtet, gibt es so viele Milbenarten mit so
unterschiedlichen Lebensweisen, daß eine eigene Forschungsrichtung,
die Acarologie gebildet wurde, um die Geheimnisse dieser interessanten
Tiere zu erforschen. |
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