Blaugrüne Mosaikjungfer oder Torf-Mosaikjungfer?
Libellen - Artenbestimmung nach dem Schlüpfen anhand der Exuvien
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Viele ausgefärbte Libellen kann man, auch ohne sie zu fangen,  leidlich gut bestimmen, wenn man nur nahe genug heran kommt. Doch während man auch bei einigen, frisch geschlüpften Libellen, wie z.B. bei der Vierflecklibelle,  keine großen Schwierigkeiten hat, wird es bei anderen, vor allem bei Arten, die derselben Familie angehören oftmals recht schwierig. Wirkliche Gewissheit erlangt man dann nur, wenn man die zurückgebliebenen Exuvien untersucht. Auch wenn sie, bei oberflächlicher Betrachtung, fast gleich aussehen, weisen sie doch,  meistens auch ohne Vergrößerungsglas gut erkennbare Unterschiede auf. Bei Exuvien bleiben nämlich alle Bestimmungsmerkmale erhalten, die auch die lebenden Larven haben.

Anhand der meistens fest an der Unterlage festgeklammerten Exuvien läßt sich auch leicht feststellen, ob und wieviele Libellen an dem Teich geschlüpft sind. Das gilt zumindest für die Großlibellen. 
Die Exuvien der Kleinlibellen (auf dem Foto ganz rechts) sind nur sehr schwer zu entdecken, selbst wenn die Larven das Wasser verlassen haben. 
(von links nach rechts: Mosaikjungfer, Vierflecklibelle, Heidelibelle, Adonislibelle)..........

Literatur zur Bestimmung von Exuvien:
Gerken B. & Sternberg K.: Die Exuvien Europäischer Libellen
Bellmann: Libellen

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Exuvie einer Vierflecklibelle, 
Libellula quadrimaculata
Länge 20 bis 25 mm
Die Vierflecklibellen-Larve verläßt fast immer das Wasser am Teichrand und klammert sich vor dem Schlüpfen an einer stabilen Sumpfpflanze fest. Die Libelle hat bereits kurze Zeit nach dem Schlüpfen die für sie typischen Merkmale, die vier Flecken an den Flügeln, sodaß sie kaum verwechselt werden kann.
Exuvie einer Mosaikjungfer
Aeshna spec.
Länge 45 bis 50 mm
Anders verhält es sich bei  Mosaik- jungfern-Arten, die zur gleichen Jahreszeit und meistens an weit vom Teichrand entfernten Schilfstengeln schlüpfen und obendrein wegen der anfänglich blassen Färbung kaum zu unterscheiden sind.
Ihre Larven sehen, oberflächlich betrachtet, ebenfalls fast gleich aus. 
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Blaugrüne Mosaikjungfer,
Aeshna cyanea
Torf-Mosaikjungfer,
Aeshna juncea
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Die Fangmaske ist lang und schmal. Sie ist etwa 3,5 mal so lang wie die schmalste 
Stelle (unten).
Die Fangmaske ist deutlich kürzer und erscheint breiter. Sie ist nur etwa 2 mal so lang wie die schmalste Stelle (unten)
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Die Lateraldorne am 9. Segment sind etwas länger als die Hälfte des 10. Segments.
Die Lateraldorne am 6. Segment sind deutlich erkennbar.
Männchen,  am 9. Segment ist der Ansatz für den Legestachel nicht ausgebildet.
Die Lateraldorne am 9. Segment sind etwas kürzer als die Hälfte des 10. Segments.
Die Lateraldorne am 6. Segment sind rudimentär.
Weibchen, zu erkennen am Legestachelansatz am 9. Segment.
Beide Arten schlüpfen für gewöhnlich an Pflanzenstengeln die weit vom Teichrand entfernt sind. Wer jedoch die Möglichkeit hat, den Schlupfvorgang ganz aus der Nähe zu betrachten, kann  u.U. sogar das männliche Geschlecht gleich nach Beginn des Schlüpfens an dem kleinen, blasenartigen Auswuchs zwischen dem 2. u. 3. Segment (im Kreis) erkennen. Er verschwindet beim Trocknen allmählich und zurück bleibt das Kopulationsorgan. Diese Erscheinung wurde bei Aeshna cyanea sowie bei A. juncea gleichermaßen beobachtet.
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